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„Nicht mehr tragbar“: AWO Flensburg schließt stationäre WOHNpflege am Sandberg

Die AWO Pflege Schleswig-Holstein gGmbH schließt die stationäre WOHNpflege im Servicehaus Sandberg in Flensburg zum 31. Oktober 2026. Der Träger begründet den Schritt mit anhaltenden wirtschaftlichen und personellen Herausforderungen. In der Einrichtung habe es eine überdurchschnittlich hohe Krankheitsquote gegeben, der Fachkräftemangel sei wegen der Grenzlage zu Dänemark besonders spürbar gewesen.

Zum 31. Oktober 2026 schließt die AWO die stationäre WOHNpflege am Servicehaus Sandberg in Flensburg. Fachkräftemangel und hohe Zeitarbeitskosten haben die Einrichtung in wirtschaftliche Schieflage gebracht. Geplant sind ambulant betreute Wohnungen. (Symbolbild) Foto: Gina Sanders/Adobe Stock

Betroffen sind laut Mitteilung der AWO 56 Bewohnerinnen und Bewohner sowie 71 Mitarbeitende. Die ambulante Versorgung im Servicehaus sowie Mittagstisch und Veranstaltungen im Stadtteilcafé laufen laut Pressemeldung unverändert weiter. Auch die Servicehäuser Fruerlund und Friesischer Berg und die dortigen stationären WOHNpflegen sind von der Entscheidung nicht betroffen.

Leitungswechsel und Zeitarbeit belasten Wirtschaftlichkeit

Nach Angaben der AWO kam es in den vergangenen Jahren wiederholt zu Wechseln in der Leitung. Um die Versorgung sicherzustellen, habe die Einrichtung in großem Umfang auf Zeitarbeit zurückgreifen müssen. Die hohen Kosten dafür hätten die wirtschaftliche Situation zusätzlich verschärft.

Suche nach Plätzen und Perspektiven

Für die 56 Bewohnerinnen und Bewohner sucht die AWO nach eigenen Angaben passende neue Pflegeplätze in Einrichtungen der Region und stimmt sich dazu mit Angehörigen ab. Auch für die 71 Beschäftigten würden gemeinsam Perspektiven entwickelt. Auszubildende könnten ihre Ausbildung im ambulanten Bereich am Sandberg oder in den Außenhäusern fortsetzen.

„Die Entscheidung ist uns nicht leichtgefallen. Gleichzeitig müssen wir wirtschaftlich verantwortlich handeln und den gesamten Standort langfristig stabilisieren“, sagt Eva Flandermeier, Geschäftsführerin der AWO Pflege Schleswig-Holstein gGmbH. Die stationäre WOHNpflege in ihrer bisherigen Form sei „unter den aktuellen Bedingungen nicht mehr tragbar“.

Umbau zu ambulant betreuten Wohnungen

Perspektivisch soll die stationäre WOHNpflege in ambulant betreute Wohnungen umgewandelt werden. Vorgesehen seien Zwei-Zimmer-Wohnungen, in denen ältere Menschen selbstbestimmt leben und bei Bedarf ambulante Unterstützung erhalten könnten. Die AWO befinde sich dazu im Austausch mit der Stadt Flensburg, der Flensburger Arbeiter-Bauverein eG (FAB) und der Selbsthilfe-Bauverein eG (SBV).

„Uns ist wichtig, dass die Menschen, die heute bei uns leben und arbeiten, in dieser Veränderung nicht allein bleiben. Wir informieren frühzeitig, sprechen offen über die nächsten Schritte und suchen gemeinsam nach Lösungen“, sagt Katja Köppl, Einrichtungsleitung des AWO Servicehauses Sandberg.

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