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BAuA-Faktenblatt: Pflegende stärker belastet als andere Berufe
Beruflich Pflegende berichten deutlich häufiger von hohen körperlichen und psychischen Arbeitsanforderungen als andere Beschäftigte. Das geht aus einem Faktenblatt der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) hervor. Die Autor:innen empfehlen settingspezifische Maßnahmen, da sich Anforderungen und Ressourcen zwischen ambulanter, stationärer Langzeit- und akutstationärer Pflege unterscheiden.
Grundlage der Auswertung ist die BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung 2024. Analysiert wurden die Angaben von:
- 100 Beschäftigten in der ambulanten Pflege
- 208 Beschäftigten in der stationären Kurz- und Langzeitpflege
- 260 Beschäftigten in der akutstationären Krankenhauspflege
Als Vergleich dienten die Antworten von 19.332 weiteren abhängig Beschäftigten. Der Frauenanteil liegt in den drei Pflegesettings laut Faktenblatt zwischen 69 und 88 Prozent. Auch Teilzeit ist in der Pflege überdurchschnittlich verbreitet.
Die Belastungen sind hoch: Mindestens 85 Prozent der Pflegenden arbeiten nach eigenen Angaben häufig im Stehen. In anderen Berufen trifft das auf 45 Prozent zu. Schwere Lasten heben und tragen 62 Prozent der Beschäftigten in der stationären Langzeitpflege und 69 Prozent in der akutstationären Pflege häufig. In anderen Berufen sind es 15 Prozent. Auch starker Termin- oder Leistungsdruck sowie emotional belastende Situationen kommen in allen drei Pflegesettings häufiger vor.
Handlungsspielraum unterscheidet sich je nach Pflegesetting
Beim Handlungsspielraum zeigt sich ein gemischtes Bild. In der ambulanten Pflege geben 60 Prozent an, ihre Arbeitsziele mitbestimmen zu können. In der akutstationären Pflege sind es dagegen nur 32 Prozent.
Unabhängig vom Setting berichten Pflegende jedoch seltener als andere Beschäftigte, ihre Arbeit selbst planen zu können: Der Anteil liegt je nach Bereich zwischen 48 und 58 Prozent, gegenüber 70 Prozent in anderen Berufen. Auch die Pausen können sie seltener selbst festlegen – 41 bis 52 Prozent gegenüber ebenfalls 70 Prozent.
Trotz dieser Belastungen empfinden 92 bis 97 Prozent der Pflegenden ihre Tätigkeit als wichtig und gesellschaftlich bedeutsam.
Gesundheitliche Beschwerden treten in allen drei Pflegesettings häufiger auf als in anderen Berufen. Schmerzen im unteren Rücken nennen 56 bis 65 Prozent der Pflegenden, in der Vergleichsgruppe sind es 39 Prozent. Über nächtliche Schlafstörungen berichten 47 bis 60 Prozent, über körperliche Erschöpfung 49 bis 64 Prozent. Besonders häufig betroffen sind Beschäftigte in der akutstationären Pflege.
Das Autorenteam um Gabriele Walter folgert daraus: Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen sollten auf die jeweiligen Pflegesettings zugeschnitten sein. Denn Anforderungen und verfügbare Ressourcen unterscheiden sich zwischen den Bereichen deutlich.
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