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Analyse: Private Pflegeheime im Schnitt 300 Euro günstiger
Private Pflegeheime sind für Bewohnerinnen und Bewohner im Durchschnitt rund 300 Euro pro Monat günstiger als kommunale oder freigemeinnützige Einrichtungen. Das geht aus einer Analyse des Datenanbieters pflegemarkt.com hervor, die Kosten und Angebotsstruktur zwischen 2021 und 2026 auswertet. Zugleich stellen private Betreiber den Großteil neu entstandener Pflegeplätze.
Nach der Auswertung liegen die monatlichen Gesamtkosten für Bewohnende zum Stichtag 1. Juni 2026 bei durchschnittlich rund 3.200 Euro. Private Einrichtungen weisen mit 3.007 Euro die niedrigsten Werte aus, kommunale Träger folgen mit 3.290 Euro, freigemeinnützige Häuser mit 3.300 Euro. Der Eigenanteil ist laut Analyse seit 2021 im Durchschnitt um 42 Prozent gestiegen; damals lag er bei etwa 2.200 Euro. Grundlage der Auswertung sind die offiziell gemeldeten Pflegesätze, differenziert nach Trägerart und Kostenblöcken.
Tariftreuegesetz treibt Eigenanteile nach oben
Als wesentlichen Treiber nennt die Analyse die Einführung tariflicher Bezahlung nach dem Gesundheitsversorgungsweiterentwicklungsgesetz zum 1. September 2022. Seither werden nur noch Pflegeeinrichtungen zur Versorgung zugelassen, die ihr Personal mindestens in Tarifhöhe vergüten. Der einrichtungseinheitliche Eigenanteil sei bei privaten Trägern zwischen 2021 und 2025 um 95 Prozent gestiegen, bei kommunalen und freigemeinnützigen Einrichtungen jeweils um 50 Prozent. Viele private Betreiber hätten zuvor keine Tarifbindung gehabt und ihre Löhne deutlich stärker anheben müssen. Insgesamt legten die Bewohnerkosten laut Analyse zwischen 2021 und 2025 bei privaten Häusern um 50 Prozent zu, bei kommunalen um 42 Prozent und bei freigemeinnützigen um 35 Prozent.
Höhere Investitionskosten, jüngere Gebäude
Bei den Investitionskosten liegen private Häuser laut Auswertung vorn, bei den Kosten für Unterkunft und Verpflegung sowie beim einrichtungseinheitlichen Eigenanteil dagegen am unteren Ende. Das durchschnittliche Baujahr privater Einrichtungen wird mit 1995 angegeben, das kommunaler Häuser mit 1972 und das freigemeinnütziger Häuser mit 1986. Auch bei den Modernisierungen liegen private Betreiber mit einem Durchschnittsjahr von 2004 leicht vor freigemeinnützigen Häusern mit 2003.
Private schaffen Großteil neuer Plätze
Deutschlandweit zählt die Analyse 11.662 Pflegeheime mit rund 914.000 vollstationären Plätzen; etwa 40 Prozent davon befinden sich in privater Trägerschaft. Zwischen 2021 und 2025 entstanden 56.469 neue Pflegeheimplätze, davon 34.784 bei privaten Betreibern (rund 62 Prozent). Im gleichen Zeitraum wurden Pflegeheime mit 28.135 Plätzen geschlossen, sodass ein Netto-Wachstum von 28.568 Plätzen verbleibt; daran hielten private Träger einen Anteil von 70 Prozent. Bei Neueröffnungen kommen private Häuser im Durchschnitt auf 83 Plätze pro Einrichtung, freigemeinnützige auf 67. Etwa die Hälfte aller Pflegeheime, die sich derzeit im Bau oder in Planung befinden, ist der Analyse zufolge in privater Trägerschaft.
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