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Kirchenbanken warnen: ESG-Vorgaben gefährden Finanzierung von Pflegeeinrichtungen

Neue Nachhaltigkeitsvorgaben für Banken könnten unbeabsichtigte Folgen für die Pflege haben: Kirchenbanken warnen, dass strengere ESG-Kriterien Kredite erschweren und so Investitionen in Pflegeheime und Krankenhäuser ausbremsen könnten – mit möglichen Auswirkungen auf die Versorgung von Patient:innen.

Foto: HPMP Studio

Kirchliche Banken sehen durch die geplanten Änderungen im Kreditwesengesetz wachsende Risiken für die Finanzierung im Gesundheits- und Pflegebereich. Die neuen Vorgaben zu Umwelt-, Sozial- und Unternehmensführungsrisiken (ESG) „erhöhten den Druck auf soziale und gesundheitliche Einrichtungen“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung mehrerer Institute, darunter die Bank für Kirche und Diakonie. Hintergrund ist, dass Banken künftig Nachhaltigkeitsrisiken systematisch erfassen und offenlegen müssen.

Auch Pflegeeinrichtungen sind betroffen: Sie müssen demnach ihre ökologische Leistungsfähigkeit nachweisen, etwa durch geringere Emissionen, um weiterhin Kredite zu erhalten. Die Banken warnen, dass dies direkte Auswirkungen auf die Versorgung haben könnte, etwa durch „weniger Pflegeplätze und einen Investitionsstau in Kliniken und Pflegeheimen“.

Existenz kleiner Träger besonders gefährdet

Besonders kritisch sei die Lage für Einrichtungen ohne finanzielle Rücklagen. Notwendige Investitionen in Nachhaltigkeit könnten „bislang jedoch nicht ausreichend refinanziert werden“. Für Träger ohne alternative Finanzierungsquellen könne dies existenzbedrohend werden. Die Banken formulieren deutlich: „Ohne Kredite gebe es für sie keine Modernisierung und ohne Modernisierung keine Zukunftsfähigkeit.“

Gerade kleinere Pflegeanbieter könnten dadurch unter Druck geraten. Wenn Investitionen ausbleiben, drohe langfristig eine Schwächung der gesamten Branche, die als systemrelevant gilt. Die Banken sehen deshalb auch die öffentliche Hand in der Verantwortung, die Transformation finanziell stärker zu unterstützen. (Quelle: epd)

Strukturelle Hürden erschweren nachhaltigen Umbau

Hinzu kommt, dass viele Einrichtungen – insbesondere Krankenhäuser – als energieintensiv gelten und ihren Verbrauch nur begrenzt senken können. Gleichzeitig fehlten häufig die finanziellen Mittel, um notwendige ökologische Investitionen umzusetzen. Als Grund nennen die Banken bestehende Vergütungs- und Kostenträgerstrukturen.

Die unterzeichnenden Institute fordern daher, die soziale Bedeutung von Pflege und Gesundheitsversorgung stärker zu berücksichtigen. Ökologische Ziele dürften nicht isoliert betrachtet werden, sondern müssten „gleichrangig mit sozialen Anforderungen“ in Finanzierungssysteme integriert werden. Nur so lasse sich vermeiden, dass Nachhaltigkeitsregeln die Versorgung von Patient:innen unbeabsichtigt verschlechtern.