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Bayern fördert Hilfe für seltene Demenzform mit 100.000 Euro
Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin Judith Gerlach stellt rund 100.000 Euro für das „Bayerische Aktionsbündnis für Menschen mit Frontotemporaler Degeneration (BAFTD)“ zur Verfügung. Die Förderung soll Menschen mit dieser seltenen Demenzform und ihre Familien besser unterstützen.
Die Frontotemporale Degeneration (FTD) tritt laut Gerlach meist vor dem 65. Lebensjahr auf und unterscheidet sich damit von anderen Demenzformen. Die Betroffenen leiden an fortschreitenden Persönlichkeitsveränderungen, Verhaltensauffälligkeiten oder Sprachstörungen. Diese Symptome belasten nicht nur die Erkrankten selbst, sondern auch ihre Angehörigen erheblich.
Bestehende Hilfsstrukturen greifen nicht
Ein zentrales Problem liegt laut der Ministerin darin, dass die vorhandenen Unterstützungsstrukturen häufig nicht auf diese Personengruppe ausgelegt sind. Die Krankheit bringt besondere Herausforderungen mit sich, da in den betroffenen Familien teilweise noch minderjährige Kinder leben. Diese Situation führt zu zusätzlichen Belastungen, die über die typischen Demenz-Begleitumstände hinausgehen.
Gerlach betonte, dass die ohnehin bereits belasteten Familien nicht allein gelassen werden dürfen. Gleichzeitig müsse die häufig noch unbekannte Demenzform sichtbarer gemacht werden, um das Bewusstsein für die spezifischen Bedürfnisse der Betroffenen zu schärfen.
Schulungen und standardisierte Diagnose geplant
Das Bayerische Aktionsbündnis soll mehrere konkrete Maßnahmen umsetzen. Geplant sind praxisnahe Schulungen für Fachpersonal, um die Kompetenz im Umgang mit FTD-Patienten zu verbessern. Zusätzlich wird ein standardisierter Diagnoseprozess entwickelt, der eine frühzeitige, verlässliche und differenzierte Erkennung frontotemporaler Demenzen ermöglichen soll.
Für Angehörige sollen zielgruppengerechte Informationsmaterialien erstellt werden. Eine zentrale, digitale Datenbank wird regionale FTD-sensible Hilfs- und Unterstützungsangebote in Bayern sammeln und zugänglich machen. Durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit und regionale Vernetzung soll ein verstärktes Bewusstsein für die Belange von Menschen mit FTD geschaffen werden.
Träger des BAFTD ist die Deutsche Gesellschaft für Frontotemporale Degeneration (DGFTD). Ein Fachsymposium und Netzwerktreffen des Aktionsbündnisses findet laut Ministerium am 15. November 2025 in München statt. Weitere Informationen sind auf der Website der DGFTD unter www.dgftd.de verfügbar.
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