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Pflegebevollmächtigte informiert sich über Digitalisierung in der Pflege

Die Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Katrin Staffler, hat sich bei der MÜNCHENSTIFT über den Einsatz digitaler Technologien in der Altenpflege informiert. Der Besuch fand wenige Monate nach ihrem Amtsantritt statt.

Die Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Katrin Staffler, informierte sich bei der MÜNCHENSTIFT über den Einsatz digitaler Technologien in der Altenpflege. Foto: Münchenstift

Katrin Staffler besuchte am Dienstag das MÜNCHENSTIFT-Haus St. Martin in Giesing, eines von neun Alten- und Pflegeheimen der städtischen Tochtergesellschaft. Laut MÜNCHENSTIFT stand der Austausch über Digitalisierungsstrategien in der Pflege im Mittelpunkt des Termins. Die CSU-Politikerin wurde am 28. Mai 2025 zur Bevollmächtigten der Bundesregierung für Pflege bestellt.

MÜNCHENSTIFT-Geschäftsführer Andreas Lackner und sein Team präsentierten verschiedene digitale Anwendungen. Dazu gehört die mobile Dokumentation auf dem Handy, die den Mitarbeitern Zeit sparen soll. Alle Häuser der MÜNCHENSTIFT verfügen laut Pressemitteilung über flächendeckendes WLAN.

Funkhandsender gegen Weglaufen

Ein besonderer Schwerpunkt lag auf einem digitalen Weglaufschutzsystem. Bewohner mit Hinlauftendenz erhalten Funkhandsender, während an den Gebäudeeingängen Empfangseinheiten installiert sind. Eine Software ermöglicht laut MÜNCHENSTIFT die Einrichtung personenbezogener Alarmzonen. Verlassen Bewohner die definierten Bereiche, wird das Pflegepersonal alarmiert.

„Wenn eine Person mit Hin- und Weglauftendenz den Wohnbereich verlassen will, fragen wir, wo die Person hinmöchte, und begleiten sie ein Stück auf ihrem Spaziergang“, erklärte Karin Bernecker, Leiterin der Abteilung Qualität bei der MÜNCHENSTIFT. Ziel sei es, den Bewohnern größtmögliche Bewegungsfreiheit zu geben und auf ihre Bedürfnisse einzugehen.

Als Praxisbeispiel stellte Alen Dzafic das Primary Nurse-Konzept vor. Der 2020 zur MÜNCHENSTIFT gekommene Mitarbeiter führt ein kleines Team, das kontinuierlich für dieselben Bewohner zuständig ist. „In dieser Position kann ich nicht nur mehr Verantwortung übernehmen, sondern ich lerne meine Bewohner:innen auch gut kennen“, sagte Dzafic laut Pressemitteilung. Dieses Wissen helfe in schwierigen Situationen.

Staffler kündigte umfassende Veränderungen an: „In Berlin arbeiten wir aktuell an einer großen Pflegereform, denn die Pflege hat viele Themen, die wir angehen müssen.“ Sie lobte den Ansatz der MÜNCHENSTIFT: „Digitale Anwendungen haben das Potenzial, die Pflege besser und effizienter zu machen – denn sie entlasten Mitarbeitende, verbessern Abläufe und schaffen mehr Zeit für die Menschen.“

Voraussetzungen seien eine gute technische Infrastruktur, klare Prozesse und praxisnahe Schulungen. Staffler betonte auch die Notwendigkeit einer „konsequenten Organisationsentwicklung, die Digitalisierung mitdenkt, den Mut zum Bürokratieabbau – und Pflegekräfte, die Veränderung mitgestalten.“

Geschäftsführer Lackner erklärte die Herangehensweise seines Unternehmens: „Wir setzen eine neue Technik erst dann ein, wenn wir unsere Mitarbeitenden entsprechend geschult haben, wenn sie von der Technik überzeugt sind und sie richtig nutzen.“ Die MÜNCHENSTIFT investiere intensiv in die Weiterentwicklung ihrer Mitarbeiter durch Fortbildungsangebote.

Reformbedarf bei Pflegeversicherung

Verena Dietl, Aufsichtsratsvorsitzende der MÜNCHENSTIFT und Dritte Bürgermeisterin Münchens, sieht über die Digitalisierung hinaus weiteren Handlungsbedarf. „Darüber hinaus sind umfassende Reformen bei der künftigen Ausgestaltung der Pflegeversicherung sowie der Förderung von beruflicher Pflege und der Pflege durch Angehörige dringendst erforderlich“, sagte sie laut Pressemitteilung.

Die MÜNCHENSTIFT ist eine hundertprozentige Tochter der Stadt München und nach eigenen Angaben die größte Seniorendienstleisterin der Stadt. Das Unternehmen betreibt neun Alten- und Pflegeheime, fünf Seniorenwohnheime, fünf Stützpunkte des Ambulanten Pflegedienstes sowie drei Tagespflegeeinrichtungen und beschäftigt rund 2.100 Mitarbeiter.