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Krankenkassen weiten Telemedizin in Pflegeheimen aus
AOK Nordost und BARMER erweitern ihr telemedizinisches Versorgungsangebot für Pflegeheimbewohner in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Nach zwei Jahren Erfahrung soll die Betreuung durch zusätzliche Teleärzte und weniger Bürokratie verbessert werden.
Die AOK Nordost und die BARMER haben ihr Angebot für gerätegestützte Telemedizin in stationären Pflegeeinrichtungen in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern erweitert. Laut den Krankenkassen läuft das Projekt bereits seit zwei Jahren mit dem Ziel, die ärztliche Versorgung Pflegebedürftiger zu verbessern. Die Zusammenarbeit erfolgt mit der GoMedicus Group, deren MedKitDoc-Lösungen Pflegeheimen und Ärzten eine kostenfreie Teilnahme ermöglichen sollen.
Das System basiert laut den Angaben auf einer Software-Plattform mit integrierten Medizingeräten und erweiterten administrativen Diensten. Geschultes Pflegepersonal bedient die MedKitDoc-Software und -Geräte vor Ort, um Ärzte bei Bedarf und für Routineuntersuchungen live zuzuschalten oder einen asynchronen Austausch über die Plattform zu ermöglichen. Dies soll eine datengestützte und strukturierte Behandlung mit Hausärzten und Fachexperten ermöglichen.
Zusätzliche Teleärzte und weniger Verwaltungsaufwand
Nach zwei Jahren haben die Krankenkassen das Versorgungsangebot weiterentwickelt. Eine wesentliche Neuerung ist laut AOK Nordost und BARMER die Einbindung weiterer Teleärzte. Diese sollen die Versorgung auch dann sicherstellen, wenn die Hausärztin oder der Hausarzt nicht erreichbar sind.
Darüber hinaus übernimmt die MedKitDoc GmbH verstärkt die Organisation aller Beteiligten und des Selektivvertrages, wodurch Pflegeeinrichtungen und Hausarztpraxen von bürokratischem Aufwand entlastet werden sollen. Laut den Krankenkassen werden dadurch Hürden für Pflegeheime und Arztpraxen beseitigt, sodass mehr Zeit für Patienten bleibt.
„Mit Hilfe der Telemedizin stärken wir die Versorgung in der Fläche – gerade dort, wo der demografische Wandel und der Fachkräftemangel besonders spürbar sind“, erklärt Daniela Teichert, Vorstandsvorsitzende der AOK Nordost. Sie betont, dass es nun darauf ankomme, möglichst viele Arztpraxen und Pflegeheime einzubinden.
Entlastung für ländliche Regionen
Die gerätegestützte Telemedizin wird ergänzend eingesetzt, um hausärztliche Untersuchungen unabhängig von der Entfernung im Pflegeheim zu ermöglichen. Dadurch entfallen laut den Krankenkassen für die Pflegebedürftigen anstrengende Fahrten in die Arztpraxis oder ins Krankenhaus sowie für Ärzte zeitintensive Fahrten ins Pflegeheim. Besonders in unterversorgten ländlichen Regionen sollen alle Beteiligten davon profitieren.
Henning Kutzbach, Landesgeschäftsführer der BARMER Mecklenburg-Vorpommern, sieht in der Telemedizin eine sinnvolle Ergänzung zur ärztlichen Versorgung vor Ort: „Gerade in einem Flächenland wie Mecklenburg-Vorpommern dürfen im Sinne einer zukunftsfähigen Gesundheitsversorgung diese Angebote kein Nice-to-Have mehr sein.“
Gabriela Leyh, Landesgeschäftsführerin der BARMER Berlin/Brandenburg, hebt hervor, dass gesundheitliche Probleme dadurch früh erkannt und Krankenhausaufenthalte bestenfalls vermieden werden können. Jens Neubert, Gründer und CEO der GoMedicus Group, bezeichnet die Kooperation als vorausschauendes Projekt: „Ohne innovative Lösungen und Kooperationen wie diese werden wir die steigende Zahl der Pflegebedürftigen in Deutschland langfristig nicht mehr ausreichend versorgen können.“
Interessierte Ärztinnen und Ärzte sowie Pflegeeinrichtungen aus Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg können sich bei der MedKitDoc GmbH direkt an Dr. Friederike Posnien wenden: friederike.posnien@medkitdoc.de
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