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Gesundheitsetat wächst 2026 um 789 Millionen Euro

Während die Pflegevorsorge eine Milliarde Euro zusätzlich erhält, werden Corona-Programme drastisch zurückgefahren. Cybersicherheit im Gesundheitswesen soll massiv ausgebaut werden.

Die größte Veränderung im Haushaltsentwurf betrifft die Pflegevorsorge. Foto: Adobe Stock/iceastock

Der Bundeshaushalt für Gesundheit soll 2026 erneut kräftig wachsen. Laut dem Regierungsentwurf für den Einzelplan 15 sind Ausgaben von rund 20,09 Milliarden Euro geplant – das sind 789 Millionen Euro mehr als die für 2025 vorgesehenen 19,3 Milliarden Euro. Das Wachstum setzt den bereits 2025 eingeschlagenen Expansionskurs fort.

Den größten Anteil am Gesundheitsetat nimmt weiterhin die Unterstützung der Gesetzlichen Krankenversicherung ein. Die Zuwendungen an den Gesundheitsfonds bleiben bei den seit 2017 gesetzlich festgeschriebenen 14,5 Milliarden Euro. Diese Mittel dienen laut Haushaltsentwurf der pauschalen Abgeltung gesamtgesellschaftlicher Aufgaben der Krankenkassen.

Insgesamt summieren sich die Bundesausgaben für die GKV damit auf 16,8 Milliarden Euro und machen mehr als 80 Prozent des gesamten Gesundheitsetats aus. Diese Konstanz unterstreicht die zentrale Rolle der gesetzlichen Krankenversicherung im deutschen Gesundheitssystem.

Pflegevorsorge erhält Milliarden-Spritze

Die mit Abstand größte Veränderung im Haushaltsentwurf betrifft die Pflegevorsorge. Hier plant die Bundesregierung eine massive Aufstockung von rund 581 Millionen Euro auf 1,58 Milliarden Euro – eine Steigerung um fast eine Milliarde Euro.

Der Hauptgrund für diesen Sprung ist ein deutlich erhöhtes überjähriges Darlehen an den Ausgleichsfonds der Sozialen Pflegeversicherung. Während 2025 noch 500 Millionen Euro als Darlehen eingeplant waren, sollen es 2026 bereits 1,5 Milliarden Euro sein. Diese Verdreifachung des Darlehensvolumens deutet auf wachsende Finanzierungslücken in der Pflegeversicherung hin.

Parallel dazu beteiligt sich der Bund weiterhin mit 57,7 Millionen Euro an der Förderung der freiwilligen privaten Pflegevorsorge – eine geringfügige Reduzierung gegenüber den 58 Millionen Euro des Vorjahres. Kleinere Aufstockungen sind bei Entschädigungsleistungen geplant: Die Mittel für Hepatitis-C-Opfer in der früheren DDR steigen auf 3,5 Millionen Euro, die Unterstützung für durch Blutprodukte HIV-infizierte Personen auf 9,9 Millionen Euro.

Corona-Programme werden drastisch zurückgefahren

Während die Pflegevorsorge massiv ausgebaut wird, plant die Bundesregierung drastische Kürzungen bei Corona-bezogenen Ausgaben. Das Kapitel Prävention und Gesundheitsverbände soll um 238 Millionen Euro auf 721 Millionen Euro reduziert werden.

Für Modellprojekte zur Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit Long-Covid stehen auch 2026 wieder 15 Millionen Euro zur Verfügung. Der Pakt für den Öffentlichen Gesundheitsdienst wird mit 52 Millionen Euro nahezu konstant gehalten.

Cybersicherheit wird Priorität

Eine der auffälligsten Veränderungen im Haushaltsentwurf betrifft die Cybersicherheit für Gesundheitseinrichtungen. Hier plant die Bundesregierung eine massive Aufstockung von 2 Millionen auf 189 Millionen Euro – eine Steigerung um das 94-fache.

Diese extreme Erhöhung spiegelt die wachsende Bedrohung durch Cyberangriffe auf kritische Gesundheitsinfrastrukturen wider. Krankenhäuser und andere Gesundheitseinrichtungen sind zunehmend Ziel von Hackern, was zu Behandlungsausfällen und Datenschutzverletzungen führen kann.

Gleichzeitig werden andere Digitalisierungsprojekte gekürzt. Die Gelder für Projekte zur Erprobung von Anwendungen mit großen Datenmengen im Gesundheitswesen sinken von 16,5 Millionen auf 6,6 Millionen Euro. Dies deutet auf eine Fokussierung von der Entwicklung neuer Anwendungen hin zur Sicherung bestehender Systeme.