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Tarifbindung in der Diakonie bei 97 Prozent

Während die Tarifbindung in der deutschen Wirtschaft kontinuierlich abnimmt, halten diakonische Einrichtungen mit einer Quote von 97 Prozent an tariflichen Regelungen fest. Dies geht aus aktuellen Erhebungen des Verbandes diakonischer Dienstgeber in Deutschland (VdDD) hervor.

Die Tarifbindung in der Diakonie liegt weit über dem Durchschnitt der deutschen Wirtschaft. Foto: Adobe Stock/ Andrii Yalanskyi

Während die Tarifbindung in der deutschen Wirtschaft kontinuierlich abnimmt, halten diakonische Einrichtungen mit einer Quote von 97 Prozent an tariflichen Regelungen fest. Dies geht aus aktuellen Erhebungen des Verbandes diakonischer Dienstgeber in Deutschland (VdDD) hervor.

Laut dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) arbeitet inzwischen mehr als die Hälfte aller Beschäftigten in Deutschland ohne Tarifvertrag – ein deutlicher Anstieg gegenüber der Quote von 36 Prozent vor zwei Jahrzehnten.

Im Gesundheits- und Sozialwesen liegt der Anteil nicht tarifgebundener Beschäftigter bei 44 Prozent. Der VdDD-Vorstandsvorsitzende Dr. Ingo Habenicht sieht im kirchlichen Arbeitsrecht einen wichtigen Faktor für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Branche. Die Tarifentwicklung kirchlicher Träger beeinflusse das regionale Lohnniveau, an dem sich auch nicht-tarifgebundene Pflegeeinrichtungen orientieren müssten.

Die Diakonie hebt sich auch bei der Mitarbeitervertretung deutlich vom Durchschnitt ab: Über 90 Prozent der diakonischen Einrichtungen verfügen über gewählte Mitarbeitervertretungen. In der Privatwirtschaft haben laut IAB nur 9,5 Prozent der Unternehmen ab fünf Beschäftigten einen Betriebs- oder Personalrat.

92 Prozent ermöglichen flexible Arbeitszeiten. Mobile Arbeit wird in 65 Prozent der Einrichtungen angeboten, spielt aber laut Befragung eine untergeordnete Rolle bei der Personalgewinnung – vermutlich weil die Arbeit am Menschen meist Präsenz erfordert.