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Sozial- und Gesundheitsbranche zwischen Optimismus und Existenzsorgen

Die wirtschaftliche Lage der deutschen Sozial- und Gesundheitsbranche bleibt angespannt. Laut dem aktuellen „Trendbarometer Sozial- und Gesundheitswirtschaft“ der SozialGestaltung erwarten 44 Prozent der Einrichtungen für 2025 ein Defizit, während gleichzeitig der Anteil optimistischer Prognosen auf 27 Prozent gestiegen ist.

Susanne Leciejewski, Geschäftsführerin der SozialGestaltung GmbH, beobachtet "eine Marktbereinigung mit einer wachsenden Polarisierung". Foto: SozialGestaltung

Die Umfrage unter mehr als 2.300 Einrichtungen zwischen März und April 2025 offenbart eine zunehmende Spaltung der Branche. „Wir beobachten eine Marktbereinigung mit einer wachsenden Polarisierung“, sagt Susanne Leciejewski, Geschäftsführerin der SozialGestaltung GmbH. Während einige Organisationen erfolgreiche Lösungsstrategien entwickelt hätten, kämpften andere weiterhin um ihre Existenz.

Der Fachkräftemangel trifft die Branche besonders hart: 52 Prozent der befragten Einrichtungen mussten zwischen März 2024 und März 2025 ihre Aufnahmekapazitäten reduzieren. Dies führt zu einem Teufelskreis aus sinkenden Einnahmen bei gleichzeitig steigenden Fix- und Lohnkosten. Zwar haben 59 Prozent der Organisationen bereits Vergütungssatzsteigerungen für 2025 ausgehandelt, diese reichen jedoch häufig nicht aus, um die gestiegenen Personalkosten zu decken.

Die Investitionsschwerpunkte der Branche verschieben sich deutlich. Personal (62 Prozent) und Digitalisierung (60 Prozent) bleiben zwar wichtige Bereiche, haben aber im Vergleich zum Herbst 2024 an Bedeutung verloren. Das Thema Nachhaltigkeit gewinnt hingegen an Relevanz: 40 Prozent der Befragten planen Investitionen in Energieeffizienz, moderne Gebäudetechnik und klimafreundliche Mobilität.

Allerdings fehlt es oft an Mitteln für notwendige Investitionen. 41 Prozent der Einrichtungen wünschen sich laut Umfrage mehr Unterstützung bei der Beantragung von Fördermitteln. „Die Förderlandschaft ist zu komplex und wenig transparent“, kritisiert Leciejewski.

Prof. Dr. Harald Schmitz, Vorstandsvorsitzender der SozialBank, fordert von der neuen Bundesregierung mehr Engagement: „Eine nachhaltige Transformation in der Sozial- und Gesundheitswirtschaft erfordert politische Entschlossenheit.“ Notwendig seien eine transparente Förderpolitik, der Abbau bürokratischer Hürden und eine langfristige Vision für die Pflege- und Gesundheitsversorgung in Deutschland.

Das „Trendbarometer Sozial- und Gesundheitswirtschaft“ steht kostenlos zum Download zur Verfügung.