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Heime unter Druck: Wege zur wirtschaftlichen Stabilität

Steigende Kosten, Personalmangel und unzureichende Pflegesätze bringen viele Pflegeeinrichtungen an ihre Grenzen. In einer Session des Altenpflege-Messekongresses 2025 zeigten Experten, welche politischen und wirtschaftlichen Stellschrauben jetzt entscheidend sind.

Alexander Schraml (links), Vorsitzender des BKSB, und Roman Tillmann (rechts), Partner bei rosenbaum nagy, diskutierten beim Altenpflege-Messekongress 2025 Wege aus der wirtschaftlichen Schieflage stationärer Pflegeeinrichtungen. Foto: Schrader

Alexander Schraml, Vorsitzender des Bundesverbands der kommunalen Senioren- und Behinderteneinrichtungen (BKSB), eröffnete die Masterclass mit einem Blick auf die strukturellen Voraussetzungen, die Pflegeeinrichtungen zunehmend unter Druck setzen: steigende Anforderungen an Personal, Qualität und Infrastruktur treffen auf eine Finanzierung, die mit dieser Dynamik nicht mehr Schritt hält. Schraml plädierte für ein Umdenken auf politischer Ebene und präsentierte Handlungsempfehlungen zur Entlastung von Trägern, Kommunen und Pflegebedürftigen.

Brennpunkt Sozialhilfebedürftigkeit

Ein besonderer Brennpunkt sei dabei die Problematik rund um die Sozialhilfe: „Das Risiko der Sozialhilfebedürftigkeit tragen derzeit allein die Träger der Pflegeeinrichtungen“, so Schraml. Sozialhilfeverfahren dauerten oftmals mehr als ein Jahr, in dem erhebliche Heimentgeltforderungen offenblieben. Noch gravierender seien die Folgen einer Ablehnung nach vielen Monaten: „Dann kommt es zu Zahlungsausfällen.“ Schraml forderte daher eine gesetzliche Neuregelung, „so dass im Falle von Pflegebedürftigkeit die Sozialhilfeträger sofort zahlen und ein etwaiges Risiko unberechtigter Sozialhilfeleistungen selbst – und damit die Gesellschaft – tragen müssen.“

Gute Vorbereitung ist nötig

Roman Tillmann, Partner bei der rosenbaum nagy unternehmensberatung GmbH, nahm anschließend die wirtschaftliche Realität vieler Einrichtungen in den Fokus: Personalmangel, hohe Leiharbeitskosten, gescheiterte Pflegesatzverhandlungen und nicht gedeckte Fixkosten führten zahlreiche Häuser in wirtschaftliche Schieflage. „Aus meiner Sicht hat sich die Lage nicht entspannt, sondern eher noch verschärft“, betonte Tillmann.

Umso wichtiger seien daher professionell vorbereitete Pflegesatzverhandlungen, um wirtschaftlich überleben zu können. „Ein Betreiber, der eine trennscharfe Kostenrechnung und ein Personalcontrolling hat, ist klar im Vorteil.“ Wer gut vorbereitet sei und die aktuellen Steigerungsfaktoren – etwa bei Energie oder Tariflöhnen – sauber nachweisen könne, habe deutlich bessere Chancen, mit den Kostenträgern realistische Sätze zu verhandeln.

Erste Bewegung bei den Kostenträgern

Positiv hob Tillmann hervor, dass sich auch auf Seiten der Kostenträger etwas bewege: „Ich glaube schon, dass bei den Kassen ein Umdenken begonnen hat.“ In vielen Bundesländern würden inzwischen auch reduzierte Belegungsquoten oder außergewöhnliche Sachkostensteigerungen als Berechnungsgrundlage anerkannt – „aber nur, wenn sie sauber belegt und begründet sind.“

Zum Abschluss betonte Tillmann die Bedeutung eines funktionierenden internen Controllings: „Gerade bei knapper Refinanzierung müssen operative Steuerungsinstrumente sitzen.“ Von belegungsabhängiger Personalplanung über Ziel-Kennzahlen bis zur differenzierten GuV-Auswertung – wer hier professionell aufgestellt sei, erkenne wirtschaftliche Risiken frühzeitig und könne gezielt gegensteuern.

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