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Als es Pflegeheimen wirtschaftlich noch gut ging

Die wirtschaftliche Lage der Pflegeheime hat seit 2019 leicht verbessert. Allerdings könnte sich dies wieder umkehren.

„Die Gesellschaft wird weiter altern. Um die damit verbundene steigende Zahl der Pflegebedürftigen adäquat versorgen zu können, braucht die deutsche Pflegebranche in den nächsten Jahren zusätzliches Personal und Kapital“, sagt RWI-Pflegeexpertin Dörte Heger. Foto: RWI/Sven Lorenz

Laut dem Pflegeheim Rating Report hat sich die wirtschaftliche Lage deutscher Pflegeheime seit 2019 leicht verbessert. Allerdings könnte sich dies aufgrund steigender Sach- und Personalkosten in den Jahren 2022 und 2023 wieder umkehren.

Im Jahr 2021 befanden sich neun Prozent der Heime im „roten Bereich“ mit erhöhter Insolvenzgefahr, während 55 Prozent im „grünen Bereich“ mit geringer Insolvenzgefahr waren und 36 Prozent dazwischen im „gelben Bereich“ lagen. Im Vergleich dazu waren 20 Prozent der Heime im Jahr 2019 im „roten Bereich“ und 38 Prozent im „grünen Bereich“. Die Insolvenzwahrscheinlichkeit sank jedoch von 2 Prozent (2019) auf 1,2 Prozent (2021).

Die Daten des „Pflegeheim Rating Report 2024“ basieren auf 465 Jahresabschlüssen von 2014 bis 2021 in Zusammenarbeit mit dem RWI (Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung), der Institute for Healthcare Business (hcb), der Bank im Bistum Essen und Curacon.

Wachstumsmarkt Pflege: Herausforderungen und Chancen

Pflege bleibt ein Wachstumsmarkt mit einem Marktvolumen von rund 72 Milliarden Euro im Jahr 2021 für ambulante und stationäre Pflegedienste. Der Anteil des Pflegemarktes am Gesundheitsmarkt stieg von 9,8 Prozent im Jahr 1997 auf 15,2 Prozent im Jahr 2021, wodurch die Pflege in ihrer Bedeutung an zweiter Stelle hinter den Krankenhäusern liegt.

Die Alterung der Gesellschaft treibt das Wachstum des Pflegemarktes an. Um die steigende Zahl der Pflegebedürftigen adäquat zu versorgen, benötigt die Pflegebranche in den nächsten Jahren zusätzliches Personal und Kapital. Die RWI-Pflegeexpertin Dörte Heger empfiehlt, die Regulierungsdichte zu reduzieren und die unternehmerische Handlungsfreiheit zu erweitern, um mehr privates Kapital anzulocken.

Mehr dazu auf der Homepage des RWI.