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RKI: Schon rund 9.800 Hitzetote in 2026
Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) sind in Deutschland in 2026 bereits rund 9.800 Menschen an den Folgen großer Hitze gestorben. Das geht aus dem aktuellen RKI-Wochenbericht zur hitzebedingten Mortalität hervor und übersteigt jedes Gesamtjahr seit 2016. Besonders betroffen sind ältere Menschen ab 85 Jahren. Pflegeschützer sehen viele Einrichtungen unzureichend vorbereitet.
Die Zahl der hitzebedingten Sterbefälle bis zum 19. Juli liegt laut RKI bei 9.800. Damit übertrifft der bisherige Wert jedes einzelne Gesamtjahr seit 2016. Bislang die meisten Fälle wurden im Jahr 2018 mit rund 9.000 Toten gezählt. Der Großteil der diesjährigen Sterbefälle geht auf die Hitzewelle in der zweiten Junihälfte zurück, als vielerorts Temperaturen um 40 Grad erreicht wurden. Allein aus dieser Phase resultieren nach RKI-Angaben mehr als 5.000 Todesfälle. In der Woche vom 13. bis 19. Juli kamen weitere 1.900 hinzu.
Von den Todesopfern zählten laut RKI 5.420 zur Altersgruppe ab 85 Jahren. In der Gruppe von 75 bis 84 Jahren starben 2.460 Menschen, in der von 65 bis 74 Jahren 1.260. Nur 630 Todesopfer waren jünger als 65 Jahre. Meist sei die Ursache eine Kombination aus Hitzeexposition und bestehenden Vorerkrankungen, heißt es vom RKI.
Debatte über Hitzeschutz in Einrichtungen
Nach Einschätzung von Pflegeschützern und Medizinern sind viele Einrichtungen auf Hitzewellen bislang unzureichend vorbereitet. Rund um die Extremhitze Ende Juni forderte die Opposition im Bundestag mehr Investitionen, damit Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und Kitas künftig besser gekühlt werden können. Die Bundesregierung verwies auf die Zuständigkeit von Ländern und Kommunen.
SoVD fordert Bund in die Pflicht
Der Sozialverband Deutschland (SoVD) sieht dagegen den Bund beim Hitzeschutz stärker gefordert. „Extremhitze ist längst kein Ausnahmeereignis mehr, sondern eine der größten sozialen und gesundheitlichen Herausforderungen unserer Zeit“, sagte die Vorstandsvorsitzende Michaela Engelmeier. Besonders ältere Menschen, Pflegebedürftige, chronisch Kranke sowie Beschäftigte in der Gesundheits- und Sozialversorgung seien auf wirksamen Schutz angewiesen. Deutschland brauche einen flächendeckenden und verbindlichen Hitzeschutz für alle Einrichtungen der öffentlichen Daseinsvorsorge und der kritischen Infrastruktur, den Bund, Länder und Kommunen gemeinsam finanzieren müssten. „Der Bund darf die Verantwortung dafür nicht länger auf Länder, Kommunen oder einzelne Träger abschieben“, so Engelmeier.
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