News

NRW rechnet bis 2050 mit knapp 1,7 Millionen Pflegebedürftigen – ambulante und stationäre Pflege vor massivem Zuwachs

Laut einer aktuellen Modellrechnung des Statistischen Landesamtes wird in Nordrhein-Westfalen bis 2050 etwa jede zehnte Person pflegebedürftig sein. Für ambulante Pflegedienste bedeutet das einen Anstieg der Versorgungszahlen um 28 Prozent, für die stationäre Pflege sogar um ein Drittel. Die regionalen Unterschiede sind dabei erheblich.

Foto: AdobeStock/rarrarorro

Das Statistische Landesamt IT.NRW hat eine neue Pflegemodellrechnung für den Zeitraum bis 2050 vorgelegt. Demnach werden in Nordrhein-Westfalen knapp 1,7 Millionen Menschen auf Pflege angewiesen sein – ein Anstieg von 21 Prozent gegenüber 2023.

Für die ambulante Pflege sind die Zahlen besonders relevant: Laut IT.NRW wird die Zahl der durch ambulante Pflegedienste versorgten Menschen bis 2050 um 28 Prozent auf 307.600 Personen steigen. Noch stärker fällt der Zuwachs in der stationären Pflege aus – hier rechnet das Landesamt mit einem Plus von gut einem Drittel auf 226.300 Personen.

Der ausschließliche Bezug von Pflegegeld bleibt mit rund 60 Prozent die häufigste Leistungsart. Bis 2050 sollen 963.600 Personen diese Leistung in Anspruch nehmen, 18 Prozent mehr als 2023.

Die Modellrechnung offenbart ein deutliches Stadt-Land-Gefälle: In 23 von 31 Kreisen wird ein Anstieg über dem Landesdurchschnitt von 21 Prozent erwartet – bei den kreisfreien Städten trifft das laut IT.NRW nur auf drei von 22 zu.

Die höchsten Zuwächse prognostiziert das Landesamt für die Kreise Coesfeld (+46 %), Borken (+45 %) und Paderborn (+43 %). Bei den kreisfreien Städten liegen Münster (+37 %), Bonn (+32 %) und Bottrop (+22 %) vorn. Am geringsten fallen die Anstiege im Ruhrgebiet aus: Hagen, Gelsenkirchen und Herne verzeichnen mit jeweils rund sieben Prozent die niedrigsten Zuwächse.

IT.NRW weist ausdrücklich darauf hin, dass die Ergebnisse auf der Annahme konstanter Pflegequoten und den Daten der Bevölkerungsvorausberechnung 2024–2050/2070 basieren. Die Zahlen seien daher nicht als präzise Prognose zu verstehen, sondern als „Wenn-dann-Aussagen“, die Richtung und Niveau der Entwicklung abbilden sollen.

Die vollständige Modellrechnung mit regionalen Detaildaten hat IT.NRW in der Reihe „Statistik kompakt“ veröffentlicht: Pflegemodellrechnung für NRW 2024 bis 2050/70