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BWKG-Indikator: Pflegeeinrichtungen rechnen mit deutlicher Verschlechterung

Nach dem aktuellen BWKG-Indikator rechnen 39,5 Prozent der Pflegeeinrichtungen in Baden-Württemberg mit einer weiteren Verschlechterung ihrer wirtschaftlichen Lage. Nur 4,7 Prozent erwarten eine Verbesserung – der niedrigste Wert seit Beginn der Erhebung im Jahr 2010. Die Baden-Württembergische Krankenhausgesellschaft fordert eine echte Pflegereform statt weiterer Einsparauflagen.

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Nach dem aktuellen BWKG-Indikator rechnen 39,5 Prozent der Pflegeeinrichtungen in Baden-Württemberg mit einer weiteren Verschlechterung ihrer wirtschaftlichen Lage. Foto: bluedesign/AdobeStock

Nach Angaben der Baden-Württembergischen Krankenhausgesellschaft (BWKG) erwarten 26,9 Prozent der Geschäftsführenden von Pflegeeinrichtungen im Südwesten für 2026 ein negatives Betriebsergebnis. Auf eine Einrichtung, die mit einer Verbesserung rechne, kämen laut BWKG-Vorstandsvorsitzendem Heiner Scheffold acht Einrichtungen, die mit einer Verschlechterung rechnen. Der Wert von 4,7 Prozent bei positiven Erwartungen sei der niedrigste seit Beginn der Indikator-Umfragen im Jahr 2010.

Kritik am geplanten Pflegeneuordnungsgesetz

Grund für die Eintrübung seien vor allem die Sparvorschläge rund um das Pflegeneuordnungsgesetz, erklärt Scheffold. „Die Pflegeeinrichtungen brauchen jetzt schnell Sicherheit und Klarheit. Vor allem die Tarifgehälter müssen weiter voll finanziert werden – ohne Wenn und Aber“, so der BWKG-Vorstandsvorsitzende. Erste Abstriche bei der vollen Tariffinanzierung habe es bereits mit dem GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz gegeben; mit dem Pflegeneuordnungsgesetz drohten die Kürzungen laut Scheffold auf den gesamten Pflegebereich ausgeweitet zu werden.

Anhaltende Probleme bei der Personalgewinnung

Parallel berichten die Einrichtungen weiterhin von Schwierigkeiten bei der Personalgewinnung. Nach dem Indikator haben 81,1 Prozent Probleme, Pflegefachkräfte zu gewinnen, bei Pflegehilfskräften sind es 28,9 Prozent. 36,7 Prozent der Einrichtungen berichten zudem von Problemen, Auszubildende zu finden.

Forderung nach echter Pflegereform

„Einsparauflagen sind keine Lösung – es muss jetzt schnell eine echte Pflegereform geben“, fordert Scheffold. Informelle, ambulante und stationäre Angebote müssten dabei stärker miteinander verzahnt werden. Die BWKG spricht sich zudem dafür aus, den Eigenanteil der Pflegebedürftigen dauerhaft zu begrenzen; Kostensteigerungen könnten nicht allein von den Betroffenen getragen werden. Zusätzlich müsse die Ausbildung von Pflegehilfskräften verstärkt und die Anerkennung ausländischer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschleunigt werden, so Scheffold, der auch Landrat des Alb-Donau-Kreises ist.

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