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15. Jul 2020 | Politik

Ist das "Sofortprogramm Pflege" wirkungslos?

Die staatlichen Anstrengungen im Kampf gegen den Personalmangel in der Altenpflege zeigen einem Medienbericht zufolge bislang kaum Wirkung.  Von 13.000 Stellen des "Sofortprogramms Pflege" ist nach anderthalb Jahren nur jede fünfte besetzt.

Zeigt kaum Wirkung: Von 13.000 Stellen des "Sofortprogramms Pflege" ist nach anderthalb Jahren nur jede fünfte besetzt. Foto: DDRockstar/AdobeStock

Das berichtete das ARD-Hauptstadtstudio am Dienstagabend unter Berufung auf den Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) . In der Altenpflege seien 2.631 zusätzliche Stellen geschaffen worden, die auf das Pflegepersonal-Stärkungsgesetz zurückzuführen seien. Die Zahlen geben laut Bericht den Stand von Mitte Mai wieder.  

"Mehr sind es leider nicht geworden", sagte GKV-Sprecher Florian Lanz der ARD. Laut der gesetzlichen Regelung müssen die Pflegeheime die Stellen schaffen und das Personal einstellen, die Krankenkassen übernehmen die Kosten dafür komplett. Das Grundproblem bleibt laut dem Spitzenverband der Fachkräftemangel. Die Ursachen seien vielschichtig, erklärte Lanz.

Was fehle, sei "öffentliche Wertschätzung, aber auch eine persönliche Wertschätzung für die geleistete Arbeit. Natürlich Geld, also eine angemessene Bezahlung - wir sind der Meinung, es sollte auf jeden Fall flächendeckend Tariflöhne geben, in der Langzeitpflege, in Pflegeheimen, für mobile Pflegedienste." Auch die Arbeitsbedingungen müssten verbessert werden. Da sei noch viel Luft nach oben, sagte der GKV-Sprecher dem ARD-Hauptstadtstudio.

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2 Kommentare

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Unbekannter Nutzer

16. Jul 2020

Ich bin seit 30 Jahren in der Pflege tätig, mittlerweile in Leitender Position. In dieser Zeit haben es sowohl die Politik wie auch die Kostenträger geschafft, das Berufsbild der Pflege als völlig unattraktiv darzustellen. Es liegt nicht so sehr an den Einrichtungen, dass kein Pflegepersonal zu finden ist. Die Rahmenbedingungen sind das Problem. Kosten werden gekürzt, die Personalschlüssel in den Rahmenverträgen sind nicht zeitgemäß. Die Qualitätsstandards müssen ständig erhöht werden, da die Pflege ja so schlecht ist. Die Pflege ist für alles und jeden verantwortlich. Dass mit dem vorhandenen Personalschlüssel kaum gesunde Personalplanung erreicht werden kann, dass Mitarbeiter durch das unendliche Einspringen verbraucht und krank werden, kommt bei den Kostenträgern nicht an. Wer will denn - nur ein Beispiel - einen Arbeitsplatz, der stark Personalreglementiert ist und dann bei Ausfall von Kollegen entweder Mehrarbeit leisten muss oder ständig angerufen wird, ob er/sie aus der Freizeit regelmäßig einspringt und Mehrarbeit leisten muss. Die Pflege wurde in der Öffentlichkeit denunziert, "schwarze Schafe" gelten als Allgemeingültig obwohl die Versorgung in fast allen Heimen und Pflegediensten gut ist. Dass man nun im Rahmen der KAP diese politischen Missstände schnellstmöglich auflösen möchte ist verständlich, jedoch in der Realität nicht möglich.

Unbekannter Nutzer

16. Jul 2020

Die bürokratischen Hürden liegen einfach zu hoch, es ist SGBV finanziert und stark reglementiert An dieser Stelle muss man sich natürlich auch einmal Fragen, warum es zwingend Fachkräfte sein müssen, obwohl jedem klar ist das der Markt leergefegt ist?

Unbekannter Nutzer

16. Jul 2020

Anspruchsdenken der Kunden? Die wenigsten Menschen in unseren Pflegeheimen können überhaupt noch Ansprüche stellen... meist werden doch kleine Wünsche bereits im Keim erstickt: "keine Zeit", "Sie denken wohl Sie sind der einzige Bewohner im Haus?", usw. Nur einige Beispiele täglicher Kommunikation mit Bewohnern von Pflegeheimen. (Bitte nicht angesprochen fühlen, wenn Sie mit Freude an die Arbeit gehen und Ihren Dienst gern verrichten.Es gib zum Glück auch Ausnahmen.). Ich bin auch dafür, dass Arbeit und Dienst am Menschen gut bezahlt wird und der Pflegeberuf dringend mehr Anerkennung braucht...aber dann bitte schön,müssen wir auch Arbeit leisten, die Anerkennung verdient. Da klaffen leider große Löcher in unserer Pflegelandschaft...

Unbekannter Nutzer

16. Jul 2020

Ein guter und schon lang gehegter Gedanke. Jedoch sind im SGB auch die Qualitätsansprüche an uns klar definiert. Reduziert man die Fachfachquote muss man auch mit weniger Fachlichkeit rechnen. Die Prüfungen nach dem SGB sehen dies nicht vor und dies wurde durch die QPR November 2019 nochmals sehr eindruckvoll gefordert. Mein Gedanke zur Verbesserung der Personalsituation ist aus jahrelanger Beobachtung der Ansprüche an die Pflege und dem gleichzeitig bekannten Pflegnotstand entstanden. Seit Jahren wird beklagt, das zu wenig Personal in der Pflege vorhanden ist. Mehrere Projekte sind gescheitert. Eine Lösung, die mehr Personal für die Pflege schafft gab es bisher nicht. Sollte man stattdessen nicht darüber nachdenken, dass die Aufgaben in der Pflege zuviel sind? Dies beinhaltet das Anspruchsdenken der Kunden und die Qualitätsprüfungen gleichermaßen.

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