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Digitalisierung in der Pflege: Softwareanbieter spricht von 52 Minuten Zeitgewinn pro Schicht
Der europäische Softwareanbieter myneva sieht in der Digitalisierung einen Hebel, um bis zu 20 Prozent der Arbeitszeit von Pflegekräften freizusetzen. Bereits ohne KI seien 52 Minuten pro Schicht einsparbar. Als zentrale Bremse benennt das Unternehmen nicht die Technologie, sondern Überregulierung und fehlende Standards.
Anlässlich des Ludwig Erhard Gipfels am Tegernsee hat myneva ein Thesenpapier zur Zukunft der Pflege vorgelegt. Kernaussage: Mobile Dokumentation und digital optimierte Prozesse sparen laut Praxiseinsätzen des Anbieters bereits heute durchschnittlich 52 Minuten pro Pflegekraft und Schicht ein – ohne Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Mit KI und weitergehender Automatisierung soll sich dieses Potenzial perspektivisch auf bis zu 1,5 Stunden je Schicht ausweiten lassen.
Die freigesetzte Zeit von rund 20 Prozent der Arbeitszeit könne entweder direkt der Versorgung der Klient:innen zugutekommen oder die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Sektors stärken. myneva nennt vier konkrete Wirkungen: mehr Zeit für direkte Pflege, Entlastung bestehender Teams, bessere Nutzung vorhandener personeller Kapazitäten sowie eine Versorgung der steigenden Nachfrage trotz Fachkräftemangel.
Das eigentliche Hemmnis verortet das Unternehmen außerhalb der IT. Komplexe Vorgaben, fragmentierte Systeme und fehlende Standardisierung verhinderten, dass digitale Anwendungen flächendeckend in der Pflege ankämen. „52 Minuten Zeitersparnis pro Schicht sind ein starker Anfang – aber wir sehen deutlich mehr Potenzial. Entscheidend ist, dass wir die Überregulierung im System reduzieren“, wird CEO Dieter Weißhaar in der Mitteilung zitiert. Digitalisierung könne nur wirken, wenn sie im Alltag in den Prozessen ankomme.
Mit dem Thesenpapier richtet sich myneva direkt an politische Entscheider und nennt drei Forderungen: weniger bürokratische Überregulierung, einheitliche regulatorische Vorgaben anstelle landesspezifischer Umsetzungen sowie eine stärkere Standardisierung und Integration digitaler Systeme. Weißhaar argumentiert, jede durch Digitalisierung zurückgewonnene Minute sei eine Minute mehr für den Menschen; eine sinnvolle Umwidmung von 20 Prozent der Arbeitszeit schaffe echte Entlastung für Pflegekräfte, Einrichtungen und Gesellschaft.
Das vollständige Thesenpapier „Pflege neu denken“ mit allen sieben Thesen steht laut myneva auf der Website des Unternehmens zum Download bereit: https://www.myneva.eu/de/ressourcen/downloads/thesenpapier-pflege-neu-denken
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