Politik

Pflege- und Gesundheitspolitik: Wer ist im Bundestag 2025?

Die Bundestagswahl 2025 hat die Zusammensetzung der gesundheits- und pflegepolitischen Vertreter im Parlament verändert. Einige konnten ihr Mandat verteidigen, andere sind nicht mehr dabei.

Moll, Altenpflegerin, Bundestag, Foto_Nikolai_Kues
Claudia Moll, Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, verlor ihr Direktmandat, sicherte sich jedoch über die SPD-Landesliste Nordrhein-Westfalen erneut einen Sitz im Bundestag. Foto: Nikolai Kues

Simone Borchardt (CDU) zieht erneut in den Bundestag ein
Die CDU-Politikerin Simone Borchardt wurde über Platz 2 der CDU-Landesliste Mecklenburg-Vorpommern in den Bundestag gewählt. Die CDU in Mecklenburg-Vorpommern konnte Zugewinne verzeichnen, was Borchardts Einzug erleichterte. Borchardt war in der vergangenen Legislaturperiode Mitglied des Gesundheitsausschusses des Bundestages. Sie ist Geschäftsbereichsleiterin Pflege der CDU/CSU Bundestagsfraktion.

Tino Sorge (CDU) bleibt im Bundestag
Tino Sorge verfehlte das Direktmandat in Magdeburg mit 23,1 Prozent der Erststimmen hinter der AfD-Kandidatin Claudia Weiss. Dennoch zieht er über die CDU-Landesliste Sachsen-Anhalt erneut in den Bundestag ein. Sorge war in der vergangenen Legislaturperiode gesundheitspolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.

Emmi Zeulner (CSU) erneut mit Direktmandat
Die CSU-Politikerin Emmi Zeulner gewann erneut das Direktmandat im Wahlkreis Kulmbach-Lichtenfels mit 49,3 Prozent der Erststimmen. Sie verbessert damit ihr Ergebnis von 2021 (47,77 Prozent) leicht und bleibt im Bundestag. Zeulner war in der vorherigen Legislaturperiode Mitglied im Gesundheitsausschuss des Bundestages und engagierte sich besonders für Pflege- und Gesundheitsfragen.

Hendrik Streeck (CDU) erstmals im Bundestag
Der Virologe Hendrik Streeck hat als CDU-Kandidat im Wahlkreis Bonn die meisten Erststimmen erhalten und zieht somit per Direktmandat in den Bundestag ein. Laut Angaben der Stadt entfielen 33,31 Prozent der Stimmen auf ihn. Während der Corona-Pandemie erlangte der Mediziner durch zahlreiche Medienauftritte große Bekanntheit als einer der führenden Wissenschaftler des Landes. Streeck war nicht über die Landesliste der CDU NRW abgesichert.

Claudia Moll (SPD) bleibt im Bundestag
Die SPD-Politikerin Claudia Moll verlor erstmals ihr Direktmandat im Wahlkreis Aachen II an Catarina dos Santos-Wintz (CDU), die mit 40,1 Prozent der Erststimmen gewann. Moll erreichte 30,5 Prozent und lag damit deutlich hinter der CDU-Kandidatin. Dennoch zieht sie über die SPD-Landesliste Nordrhein-Westfalen erneut in den Bundestag ein – wenn auch sehr knapp. Die examinierte Altenpflegerin ist seit 2017 Mitglied des Deutschen Bundestags.  Sie ist Mitglied im Gesundheitsausschuss und war in der vergangenen Legislaturperiode Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung.

Karl Lauterbach (SPD) verteidigt Direktmandat
Karl Lauterbach konnte sein Direktmandat im Wahlkreis Leverkusen – Köln IV erneut gewinnen. Mit 33,8 Prozent der Erststimmen lag er vor Siegmar Heß (CDU, 21,4 Prozent) und Nyke Slawik (Grüne, 13,8 Prozent). Zwar verzeichnete Lauterbach Verluste im Vergleich zur Wahl 2021, doch sicherte er sich zum sechsten Mal in Folge das Mandat. Lauterbach war in der vorherigen Legislaturperiode Bundesminister für Gesundheit.

Matthias Mieves (SPD) verteidigt Direktmandat
Matthias Mieves gewann den Wahlkreis Kaiserslautern mit 28 Prozent der Erststimmen knapp vor dem AfD-Kandidaten Sebastian Münzenmaier (25,5 Prozent). Trotz des Wahlkreisgewinns war zunächst unklar, ob Mieves tatsächlich in den Bundestag einziehen würde, da aufgrund der Wahlrechtsreform nicht automatisch jeder Wahlkreissieger ein Mandat erhält. Letztendlich wurde jedoch bestätigt, dass Mieves seinen Platz im neuen Bundestag behalten wird. Mieves konnte sich sich trotz des Wahlsiegs der AfD in Kaiserslautern gegen den AfD-Kandidaten Münzenmaier durchsetzen. In der vergangenen Legislaturperiode war Mieves stellvertretender gesundheitspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion.

Janosch Dahmen (Grüne) zieht über die Landesliste ein
Der gesundheitspolitische Sprecher der Grünen, Janosch Dahmen, erreichte in seinem Wahlkreis Ennepe-Ruhr-Kreis II 10,4 Prozent der Erststimmen. Das Direktmandat ging an die CDU-Kandidatin Katja Strauss-Köster. Dahmen zieht über die NRW-Landesliste seiner Partei dennoch in den Bundestag ein.

Martin Sichert (AfD)
Martin Sichert, bislang gesundheitspolitischer Sprecher der AfD, zieht über die Landesliste erneut in den Bundestag ein. Pikant: Der Bundestag hat Ende Januar die Immunität des AfD-Abgeordneten Sichert aufgehoben, um ein Strafverfahren gegen ihn zu ermöglichen. Wie der NDR berichtet, ermittelt die Staatsanwaltschaft Oldenburg wegen des Verdachts auf Verstoß gegen das Kunsturhebergesetz. Sichert hatte ein Bild aus einem Video, das eine Gewalttat gegen eine 13-Jährige zeigte, ohne Erlaubnis in einem eigenen Social-Media-Beitrag verwendet. Die Mutter des abgebildeten Mädchens zeigte ihn daraufhin an. Sichert lehnte ein Angebot zur Einstellung des Verfahrens gegen eine Geldauflage von 2.000 Euro ab.

Ates Gürpinar (Linke)
Ates Gürpinar (Wahlkreis Rosenheim) erreichte in der Region zwar nur 4,5 Prozent. Allerdings reicht es bei dem bisherigen pflegepoltischen Sprecher über die Liste.

Nicht mehr im Bundestag vertreten
Maria Klein-Schmeink (Grüne) und Kordula Schulz-Asche (Grüne) kandidierten nicht erneut und scheiden aus dem Bundestag aus. Klein-Schmeink war zuletzt stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion und gesundheitspolitische Sprecherin ihrer Partei. Schulz-Asche war Mitglied des Gesundheitsausschusses und setzte sich insbesondere für Pflegepolitik und Infektionsschutz ein. Auch Heike Baehrens (SPD), gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, trat nicht mehr an und ist nicht mehr im Parlament vertreten. Ebenfalls aus der Bundespolitik zurückgezogen haben sich Erich Irlstorfer (CSU), Edgar Franke, Dirk Heidenblut und Bettina Müller (alle SPD). Die FDP wird nicht im Bundestag vertreten sein und somit auch nicht deren pflege- und gesundheitspolitische Sprecher:innen.

Steve Schrader