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Zehn Jahre Stambulante Pflege: BeneVit drängt auf flächendeckende Einführung

Beim Festakt zum zehnjährigen Bestehen des Hauses Rheinaue in Wyhl hat BeneVit-Gründer Kaspar Pfister eine praxisorientierte Reform der Altenpflege gefordert. Die Einrichtung gilt nach Unternehmensangaben als Modellprojekt für das stambulante Pflegekonzept, das ambulante und stationäre Elemente verbindet. Pfister appelliert an die Politik, funktionierende Modelle schneller flächendeckend zu ermöglichen.

Zehn Jahre Haus Rheinaue mit stambulantem Konzept: Das wurde groß gefeiert. Foto: Benevit

Das stambulante Konzept wurde laut Mitteilung von BeneVit im Auftrag des GKV-Spitzenverbandes gemeinsam mit Pflegekassen unter Federführung der AOK Baden-Württemberg und des Sozialministeriums Baden-Württemberg entwickelt. Beteiligt waren zudem kommunale Spitzenverbände und weitere Partner. Seit Juni 2016 wird das Modell im Haus Rheinaue in Wyhl praktisch umgesetzt und wissenschaftlich begleitet.

Bessere Pflege bei geringeren Eigenanteilen

„Wir haben hier gegen viel Widerstand die Zukunft zur Gegenwart gemacht“, sagte Pfister vor über 200 Gästen am Pfingstsonntag in Wyhl. Das Konzept zeige seit Jahren, dass bessere Pflege, deutlich geringere Eigenanteile für Bewohnerinnen und Bewohner sowie Entlastungen für die Kassen und das Gesundheitssystem von rund 30 Prozent gleichzeitig möglich seien. Die Bundesregierung brauche bei der anstehenden Pflegereform Mut für grundlegende Anpassungen und kein Klein-Klein.

Gesetzliche Grundlage, aber offene Finanzierung

Mit dem Gesetz zur Befugniserweiterung und Entbürokratisierung in der Pflege (BEEP) sei nach Angaben Pfisters inzwischen eine gesetzliche Grundlage für das Konzept geschaffen worden. Umgesetzt und verlässlich finanziert werden könne Stambulant allerdings erst, wenn der GKV-Spitzenverband entsprechende Handlungsempfehlungen bis spätestens Ende des Jahres vorgelegt habe. Solche Handlungsempfehlungen mögen für andere Träger hilfreich sein, brächten aber weder BeneVit als Erfinder noch die Kassen weiter, die das Modell seit zehn Jahren in Baden-Württemberg finanzieren, so Pfister.

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Yannick Bury sagte in Wyhl: „Die Rahmenbedingungen müssen am Ende so sein, dass das Pflegekonzept des Hauses Rheinaue eins-zu-eins übernommen werden kann.“ Dies gelte für weitere Standorte und die Pflegelandschaft im ganzen Land. „Die AOK Baden-Württemberg ist von Stambulant überzeugt“, bekräftigte Karin Gaiser von der AOK Baden-Württemberg. Mit Blick auf die BeneVit-Gruppe versprach sie: „Wir bleiben auch weiterhin an ihrer Seite und kämpfen für das Konzept.“