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Brandenburg: Neue Pflegefachassistenz-Ausbildung ab 2027

Brandenburg schafft die rechtlichen Grundlagen für die bundesweit einheitliche, generalistische Pflegefachassistenzausbildung. Das Kabinett hat am 2. Juni 2026 eine Änderung des Brandenburgischen Pflegeberufeumsetzungsgesetzes beschlossen, die Sozialminister René Wilke eingebracht hatte. Start der neuen 18-monatigen Ausbildung an den Pflegeschulen des Landes soll im Oktober 2027 sein.

Foto: Werner Krüper

Mit der Novelle werden die bislang getrennten Ausbildungen in der Altenpflegehilfe sowie in der Gesundheits- und Krankenpflegehilfe in der neuen Pflegefachassistenz zusammengeführt. Sie bildet nach Angaben des Ministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt die Basis für die Anpassung der Rechtsverordnungen auf Landesebene. Zugangsvoraussetzung ist grundsätzlich der Hauptschulabschluss oder ein gleichwertiger Schulabschluss. Bei positiver Prognose der Pflegeschule ist laut Mitteilung auch ein Zugang ohne Schulabschluss möglich.

Mehr Aufgaben, höhere Entlastung der Fachkräfte

Die 18-monatige Ausbildung zur Pflegefachassistenz soll die Absolventinnen und Absolventen befähigen, vermehrt Aufgaben zu übernehmen, die bislang Pflegefachpersonen vorbehalten sind. Damit sollen die Fachkräfte in der Praxis entlastet werden. Sozialminister René Wilke erklärt: „Aufgrund der demografischen Entwicklung benötigen wir in Brandenburg perspektivisch Tausende zusätzliche Beschäftigte in der Pflege.“ Nach der Einführung der generalistischen Pflegeausbildung 2020 gehe das Land mit der Vereinheitlichung der Pflegehilfeberufe einen weiteren Schritt, um die pflegerische Versorgung „breit, modern und zukunftsfest aufzustellen“. Durch eine angemessene Ausbildungsvergütung und niedrigschwellige Zugangsmöglichkeiten steigere man die Attraktivität des Berufsbildes deutlich und biete auch Quereinsteigenden, jungen Menschen und praxiserfahrenen Helferinnen und Helfern eine berufliche Perspektive.

Verkürzungen und Anschluss an Fachkraftausbildung

Nach Angaben des Ministeriums sieht die neue Ausbildung umfangreiche Verkürzungsmöglichkeiten vor, etwa für Interessierte mit Berufserfahrung. Nach erfolgreichem Abschluss ist auch eine verkürzte Weiterqualifizierung zur Pflegefachkraft möglich. Umgekehrt kann eine nicht abgeschlossene Pflegefachkraftausbildung auf die Pflegefachassistenz angerechnet werden. In Brandenburg gibt es derzeit 31 Pflegeschulen mit einer Kapazität von rund 5.700 Plätzen, von denen etwa 5.000 besetzt sind. Knapp 4.000 davon entfallen laut Ministerium auf Pflegefachkräfte (Stand 31. Dezember 2024).