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Schulden der Sozialämter: bpa fordert Gipfel

Angesichts massiver Zahlungsrückstände fordert der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (bpa) einen Gipfel der kommunalen Spitzenverbände mit Betroffenenorganisationen und Trägerverbänden. Nach Angaben von bpa-Präsident Bernd Meurer stehen die Sozialämter mit mehr als einer halben Milliarde Euro bei den Pflegeeinrichtungen in der Kreide. Er warnt vor existenzbedrohenden Folgen.

Fordert einen Gipfel: bpa-Präsident Bernd Meurer Foto: Arne Pöhnert

Meurer verweist auf Berechnungen der Beratungsgesellschaft PwC, wonach jedes fünfte Pflegeheim auf mehr als 100.000 Euro warte. Steigende Ausgaben der Sozialhilfeträger ließen die offenen Posten der Einrichtungen weiter anwachsen. „Es ist nur eine Frage der Zeit, bis das zu ernsten wirtschaftlichen Konsequenzen und einem Wegbrechen der pflegerischen Versorgung führt“, so der bpa-Präsident. Ein Gipfel sei „überfällig“.

Kritik an langen Bearbeitungszeiten

Meurer kritisiert das Vorgehen der Kommunen scharf: „Es reicht nicht aus, auf eine irgendwann stattfindende Digitalisierung oder die eigenen Personalengpässe zu verweisen.“ Die Betroffenen lapidar anzuschreiben und Bearbeitungszeiten von bis zu drei Jahren anzukündigen, sich gleichzeitig Rückfragen aber zu verbitten, sei „ein seltsames Verständnis kommunaler Daseinsvorsorge“.

Studie sieht Sozialämter als Hauptrisiko

Eine gemeinsame Studie von PwC Deutschland und Strategy& Deutschland stützt die Einschätzung des Verbands. 55 Prozent der befragten Heimleitungen nennen die Sozialämter als Kostenträger mit den höchsten offenen Posten. Die Bearbeitung dauere teils zwischen sechs und zwölf Monaten, in Einzelfällen mehrere Jahre. In 20 Prozent der Einrichtungen seien sechsstellige Beträge als Forderungen gebunden. Pro Heim und Woche binde die Bearbeitung offener Posten im Schnitt 8,3 Stunden.

Hilfe zur Pflege wächst kräftig

Parallel steigen die Sozialhilfeausgaben für die Hilfe zur Pflege deutlich. Nach Zahlen des Statistischen Bundesamts legten sie 2025 um 13,3 Prozent auf 6 Milliarden Euro zu – der stärkste Zuwachs aller Sozialhilfeleistungen. Ihr Anteil an den gesamten Sozialhilfeausgaben stieg damit im dritten Jahr in Folge auf 27,8 Prozent. 2022 hatte der Wert noch bei 23,6 Prozent gelegen. (ls)

 


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