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35 Grad im Heim: Bewohner nach Hitze-Einsatz versorgt
Die erste Hitzewelle ist vorbei, hat aber am Wochenende besonders auch ältere Menschen und Pflegebedürftige gefährdet. Das stellt Einrichtungen vor Herausforderungen: Diese versuchen die Lage Bewohnern und Mitarbeitern zu erleichtern. In einem Seniorenheim in Dormagen war es so heiß, dass die Feuerwehr mehrere Bewohner aus dem Gebäude holt.
In Dormagen sind wegen extremer Hitze zahlreiche Bewohnerinnen und Bewohner eines Seniorenheims aus dem Gebäude gebracht und medizinisch versorgt worden. In der Nacht zu Samstag starb ein Bewohner. Ob die Hitze dafür ursächlich war, ist noch unklar, teilte ein Sprecher der Stadt im Rhein-Neuss-Kreis mit. Am Morgen wurden umfassende Vorsorgemaßnahmen eingeleitet.
Seit 7 Uhr waren Einsatzkräfte in dem stark aufgeheizten Gebäude im Einsatz. Dort leben rund 160 Seniorinnen und Senioren. Laut Stadt kam es zu Temperaturen von bis zu 35 Grad. Mehrere Krankenwagen standen bereit.
Derzeit wird geprüft, wer außerhalb des Gebäudes betreut werden muss. Betroffen sind bislang etwa zehn Personen. „Wer medizinische Hilfe braucht, wird verlegt“, sagte der Sprecher. Bei anderen reicht es, sie in kühlere Bereiche im Haus zu bringen. In einer Cafeteria wurden zusätzliche Klimageräte installiert.
Umgang mit Hitze in Pflegeeinrichtungen
Viele Pflegeheime reagieren mit einfachen Maßnahmen auf die Hitze: Sie lüften früh am Morgen, bieten regelmäßig Getränke an, nutzen Ventilatoren und sorgen für Schatten. Auch Speisepläne werden angepasst. Klimaanlagen in Bewohnerzimmern sind weiterhin selten, oft aus baulichen Gründen.
Der Thüringer Landesverband des Deutschen Roten Kreuzes betont, dass Hitze für ältere und pflegebedürftige Menschen eine große Belastung darstellt. Besonders gefährdet sind Personen mit Vorerkrankungen oder eingeschränkter Mobilität. Insgesamt werde die Situation jedoch als beherrschbar eingeschätzt.
Besonders schwierig ist die Lage für bettlägerige Menschen, Schwerkranke oder Personen im Sterbeprozess. Auch Menschen mit Demenz benötigen häufig zusätzliche Unterstützung, da sie Schutzmaßnahmen wie geschlossene Fenster nicht immer verstehen. Pflegekräfte können daher nicht immer verhindern, dass Fenster ungeeignet geöffnet werden.
Trinken bleibt größte Herausforderung
Ein zentrales Problem ist, dass viele Bewohner zu wenig trinken. Das Personal muss deshalb regelmäßig Getränke anbieten und darauf achten, dass genügend Flüssigkeit aufgenommen wird.
Auch für die Mitarbeitenden ist die Hitze belastend. Pflegekräfte arbeiten körperlich schwer und leiden zusätzlich unter den hohen Temperaturen. Viele Einrichtungen reagieren mit mehr Pausen und lockererer Dienstkleidung.
Teilweise werden Wassersprühflaschen und mobile Kühlgeräte eingesetzt. Trinkwasser steht überall kostenlos zur Verfügung, ebenso oft gekühlte Lebensmittel oder Eis.
Forderung nach besseren Maßnahmen
Die Träger sehen sich aktuell gut vorbereitet. Gleichzeitig machen häufigere Hitzewellen deutlich, dass Pflegeeinrichtungen langfristig besser ausgestattet werden müssen. Gefordert werden Investitionen in Beschattung, energetische Sanierung sowie moderne Lüftungs- und Kühlsysteme.
„Pflegeheime sind Wohnorte für besonders schutzbedürftige Menschen“, betont die AWO Thüringen. Gemeinnützige Träger könnten notwendige Anpassungen oft nicht allein finanzieren.
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