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Diakonie Münster gewinnt TP Innovationspreis 2026 mit rehabilitativem Tagespflege-Konzept

Die Diakonie Münster ist mit ihrem Konzept „RehaZeit Simeon“ als Gewinnerin des TP Tagespflege Innovationspreises 2026 ausgezeichnet worden. Die Jury würdigte die Verzahnung von Rehabilitation, Pflege und Alltagstraining als wegweisend für die Tagespflege. Verliehen wurde der Preis im Rahmen der Eröffnung des TP Kongresses am 9. Juni in Essen.

TP Tagespflege Innovationspreis 2026: Stefanie Duesmann, Gesamtleitung der Diakonie mobil (2.v.l.) und Birgit Schäfer, Tagespflegeleitung der RehaZeit Simeon (3.v.l.) nahmen die Auszeichnung von TP Tagespflege Redakteurin Sonja Thielemann (l.) entgegen. Die Laudatio sprach Heike Jurgschat-Geer (r.). Foto: Florian Arp

Mit der Tagespflege RehaZeit Simeon der Diakonie Münster hat sich ein Konzept durchgesetzt, das nach Einschätzung der Jury eine Versorgungslücke zwischen Nachsorge, Pflege und Betreuung schließt. Ausgezeichnet wurde der Ansatz, rehabilitative Maßnahmen und Alltagskompetenztraining direkt in den Tagesablauf der Tagespflege zu integrieren, statt sie als zusätzliches Angebot zu verstehen. Den Preis nahmen Birgit Schäfer, Tagespflegeleitung der RehaZeit Simeon, und Stefanie Duesmann, Gesamtleitung der Diakonie mobil, stellvertretend für das Team entgegen.

Jury sieht Modell für künftige Standards

Die Laudatio hielt Jurymitglied Heike Jurgschat-Geer, Beraterin im Gesundheitswesen. Sie hob hervor, dass das Konzept gerade nach Krankenhausaufenthalten, nach einer Rehabilitation oder bei zunehmender Pflegebedürftigkeit ansetze, also dort, wo Betroffene typischerweise Brüche in der Versorgung erlebten. Therapien, pflegerische Leistungen und Alltagsbewältigung liefen im häuslichen Umfeld oft nebeneinander her, statt ineinanderzugreifen.

„Die RehaZeit Simeon verbindet Tagespflege, therapeutische Rehabilitation und Alltagskompetenztraining in einem gemeinsamen Setting“, so Jurgschat-Geer. Therapie finde dort statt, wo die Gäste ihren Tag verbringen; Übungen würden alltagsnah eingebunden. Im Mittelpunkt stünden Mobilität, Selbstvertrauen, soziale Teilhabe und Lebensqualität. Für Angehörige bedeute das spürbare Entlastung, für die Mitarbeitenden eine interdisziplinäre Zusammenarbeit, die Pflegefachlichkeit stärke und Erfolge sichtbar mache.

Jurgschat-Geer betonte auch die Bedeutung der Vernetzung: Ärztinnen und Ärzte, Therapeut:innen, Pflegefachpersonen und Angehörige wirkten zusammen und die Fachhochschule Münster begleite das Konzept wissenschaftlich. Die Jury bewertet RehaZeit Simeon als Beispiel dafür, wohin sich Tagespflege entwickeln könne – hin zu einem aktiven, rehabilitativen und teilhabeorientierten Versorgungsangebot, das nach Einschätzung der Jury zum Standard in deutschen Tagespflegen werden sollte.

Reaktion der Preisträgerinnen

Stefanie Duesmann, Gesamtleitung der Diakonie mobil, zeigte sich in ihrem Statement vom Gewinn überwältigt. Die Auszeichnung mache die tägliche Arbeit und das Engagement des gesamten Teams sichtbar. Vision sei von Beginn an gewesen, einen Ort zu schaffen, an dem Menschen nicht nur betreut würden, sondern Kraft schöpfen und Lebensqualität zurückgewinnen könnten. Der Preis gehöre allen Mitarbeitenden sowie den Gästen und Angehörigen, deren Vertrauen das Team täglich motiviere. Die Diakonie Münster wolle den Weg, innovative Angebote zu entwickeln, fortsetzen.

Über die Vergabe des TP Tagespflege Innovationspreises 2026 entschieden Heike Jurgschat-Geer (Beraterin im Gesundheitswesen), Dr. Dana Janas (Geschäftsführerin der Weitsicht GmbH), Udo Winter (Unternehmensberater für die Tagespflege) und Sonja Thielemann (Redakteurin TP).

Ein ausführliches Porträt des prämierten Konzepts erscheint in der Juli-Ausgabe von TP.