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ZQP veröffentlicht Praxisleitfaden für Gewaltschutz in Pflegeeinrichtungen
Das Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) stellt einen wissenschaftlich fundierten Praxisleitfaden für stationäre Langzeitpflegeeinrichtungen bereit. Er soll Einrichtungen dabei unterstützen, ein partizipativ entwickeltes, organisationsbezogenes Gewaltschutzkonzept zu erarbeiten und umzusetzen. Der Leitfaden ist bundesweit, trägerunabhängig und unentgeltlich verfügbar.
Gewalt in der Langzeitpflege ist laut ZQP ein relevantes Problem, das in unterschiedlicher Weise auftreten kann und mit einem erheblichen Schadenspotenzial verbunden ist. Wirksame Prävention sei darum eine zentrale Grundlage guter Pflege und trage zur Sicherheit aller Personen in einer Einrichtung bei. Sie könne zudem die Lebensqualität der Bewohnerinnen und Bewohner sowie die Arbeitszufriedenheit der Mitarbeitenden erhöhen.
Partizipativ entwickeltes Schutzkonzept als zentrales Instrument
Ein zentrales professionelles Instrument zur Gewaltprävention ist nach Angaben des ZQP ein partizipativ entwickeltes organisationsbezogenes Gewaltschutzkonzept. Dieses berücksichtige einrichtungsspezifische Bedingungen wie Kultur, Strukturen und Prozesse und solle möglichst alle Personengruppen der Organisation einbeziehen. „Der Qualitätsausschuss Pflege empfiehlt Pflegeeinrichtungen zur Gewaltprävention unter anderem die partizipative Entwicklung und Umsetzung eines einrichtungsindividuellen Gewaltschutzkonzeptes. In vielen Bundesländern ist ein Schutzkonzept für die stationäre Langzeitpflege auch gesetzlich vorgeschrieben“, erklärt Dr. Simon Eggert, Geschäftsführer im ZQP. In der Praxis sei jedoch nicht immer klar, wie ein solches Konzept genau erarbeitet werden sollte und welchen Anforderungen es genügen muss.
Inhalte und Zielgruppe des Leitfadens
Der wissenschaftsbasierte Praxisleitfaden dient als Hilfsmittel für die Auseinandersetzung mit dem Phänomen Gewalt in Pflegeeinrichtungen und führt systematisch durch Planung, Umsetzung und Weiterentwicklung gewaltpräventiver Maßnahmen. Er umfasst Basiswissen zu Konstellationen und Risikofaktoren, Praxistipps für die partizipative Entwicklung, ein Check-up zur Risikoanalyse sowie eine Mustervorlage für ein Schutzkonzept. Zielgruppe sind insbesondere Leitungspersonen, Qualitätsbeauftragte sowie Beauftragte oder Teams für Gewaltprävention. „Unser Angebot bietet Einrichtungen einen klaren Ausgangspunkt, um ein fachlich angemessenes und in der Praxis akzeptiertes Gewaltschutzkonzept entwickeln zu können – oder ein bestehendes weiterzuentwickeln“, sagt Eggert. Wichtige Basis sei zudem eine positive Sicherheitskultur innerhalb der Organisation.
Wissenschaftliche Grundlage und Verfügbarkeit
Der Leitfaden ist im Anschluss an das wissenschaftliche Projekt „Entwicklung eines Muster-Rahmenkonzepts zur Gewaltprävention in stationären Langzeitpflegeeinrichtungen“ des ZQP und des Instituts für Pflegewissenschaft der Universität zu Köln entstanden. Im Rahmen des Projekts wurde auch eine evidenzbasierte Risikoanalyse erarbeitet und in Workshops mit Expertinnen und Experten finalisiert. Grundlage der Konzeption zur Risikoanalyse ist ein Scoping Review zu Risikofaktoren für das Auftreten von Gewalt in der stationären Langzeitpflege. Der Praxisleitfaden kann über die Website des ZQP hier unentgeltlich heruntergeladen werden.
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