Management

Bestandsimmobilen ganzheitlich betrachten und anpassen

Renovieren, sanieren, modernisieren oder neu bauen? Das sind die entscheidenden Fragen, bevor alte Bestandsimmobilien verändert werden sollen. Was Träger dabei beachten sollten und welche Instrumente im Einsatz sinnvoll sind, beschreiben Kurt Dorn und Sofia Burkard in der aktuellen Ausgabe von Altenheim.

Oft zeigt sich schon an den Grundrissplänen des Bestands, wie flexibel die Gebäudestruktur auf geplante Veränderungen reagiert. Foto: Adobe Stock/bernardbodo

„Bestand im Bestand“ erfordert ein festes Fundament – eine klar definierte, gemeinsam getragene konzeptionelle Ausrichtung, die sich in räumlichen Strukturen für Logistik sowie Zielgruppen- und Mitarbeiterorientierung widerspiegelt. Ebenso wie in den Phasen der inhaltlichen Konzeptentwicklung ist auch beim baulichen Umgang mit dem Bestand ganzheitlich vorzugehen.

Seit einiger Zeit gibt es den Begriff des „individuellen Sanierungsfahrplans“ (iSFP), der vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) im Rahmen der Energieberatung klar definiert wurde.  Der iSFP legt die Stufen, in einzelnen Prozessschritten, für eine energetische Sanierung fest.  Sinnvoll, allerdings nur mit dem Fokus auf Energieeffizienz zu einseitig für die Belange einer komplexen Pflegeimmobilie. Der iSFP ist damit nicht ganzheitlich und insbesondere für Pflegeeinrichtungen nur ein Teil des Erfolges. Bauliche Veränderungen aus der „Zielfindungsphase“, Erfordernisse, die sich aus der Bestandserkundung ergeben – wie Brandschutz, Sicherheitstechnik, Aspekte der Barrierefreiheit und Belange der Bewohner und Mitarbeiter – finden darin keine Berücksichtigung. Die ganzheitliche Betrachtung einer Pflegeimmobilie fehlt.

Dazu benötigt es ein integrales Instrument, dass alle Belange, die eine Pflegeheimmodernisierung erzeugt, gleichwertig berücksichtigt. Solch ein Werkzeug ist das integrale Modernisierungskonzept. Es enthält alle Bestandteile aus den vorlaufenden Prozessschritten:

  • die zukunftsfähige Pflegekonzeption
  • die Umsetzung eines sinnvollen Personaleinsatzes
  • die Berücksichtigung der Personalverfügbarkeit in der Umgebung
  • die Einbindung ins Quartier
  • die durchgehende Barrierefreiheit
  • die Bedarfssituation
  • der Standort – und Wettbewerbssituation
  • die technischen Mängel und der Instandhaltungsstau
  • die Eignung hinsichtlich Klimaanpassung und Kreislaufwirtschaft
  • die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsbelangen
  • die Wirtschaftlichkeit von energetischen Sanierungen
  • Aussagen zu Bauabschnitten während der Modernisierung oder
  • Wirtschaftlichkeit von Ausweichquartieren

All diese Aspekte einer Modernisierung werden in aufeinanderfolgenden Stufen dokumentiert und in einer zeitlichen Abfolge für die Realisierung dargestellt.

Den ausführlichen Beitrag lesen Sie in der September-Ausgabe von Altenheim.

Zu den Autoren: Prof. Kurt Dorn ist Dipl.-Ing., Architekt und Geschäftsführer der Soleo GmbH in Düsseldorf. Sofia Burkard ist für die Konzept- und Strategieentwicklung bei der Soleo GmbH zuständig.