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Zum Tode von Ruth Schröck
Die Pflegewissenschaftlerin Ruth Schröck (92) ist am 30. Dezember 2023 in ihrer Wahlheimat Edinburgh/Schottland verstorben. Sie war die erste Professorin für Pflege- und Sozialwissenschaften in Deutschland.
An der UW/H hat sie das deutschlandweit erste Graduiertenkolleg Pflegewissenschaft aufgebaut. Das Kollegium des Departments für Pflegewissenschaft der Universität Witten/Herdecke würdigte sie in einem Nachruf: „Mit ihrem legendären Ausspruch „Es gibt keinen Grund nichts zu tun.“ wird uns Ruth Schröck als Pionierin der deutschen Pflegewissenschaft und leidenschaftliche Fürsprecherin für die Professionalisierung der Pflege, bei der der Mensch stets im Mittelpunkt steht, in guter Erinnerung bleiben.
Ihr Tod hinterlässt eine tiefe Trauer, aber auch die Verpflichtung, ihr Erbe fortzuführen und die von ihr begonnenen Entwicklungen in der Pflegewissenschaft weiter voranzutreiben. Bereits zu Lebzeiten veranstaltete das Department für Pflegewissenschaften der UW/H jährlich ein Ruth-Schröck-Symposium, in dem eine ausgewählte Doktorarbeit aus dem von ihr gegründeten Doktorandenkolleg der Pflegewissenschaft vorgestellt wurde. In dieser Tradition bleibt sie im Department und für Nachfolgegenerationen im Gedächtnis.Mit Ruth Schröck verlieren wir eine Visionärin, Wissenschaftlerin, Mentorin, Kollegin und Freundin. Sie wird uns sehr fehlen.“
1949 erlangte die Berlinerin die allgemeine Hochschulreife und studierte anschließend Biologie, Philosophie und Sport an der Freien Universität Berlin. In Bristol, England, absolvierte sie sowohl die allgemeine als auch die psychiatrische Krankenpflegeausbildung und schloss ihr Studium der Pflegewissenschaft, Philosophie und Sozialwissenschaft an der Universität Edinburgh ab. Sie war als Stationsschwester tätig, später auch als Lehrerin für Pflege in der Psychiatrie.
Prägende Persönlichkeit für die professionelle Pflege
Nach ihrer Promotion an der Universität Edinburgh war sie als Professorin und Leiterin des Fachbereichs Gesundheit und Pflege an der Queen Margaret Universität in Edinburgh beschäftigt. Sie wurde 1987 als erste Pflegeprofessorin in Deutschland an die Fachhochschule Osnabrück berufen. Vor dem Hintergrund ihrer beruflichen und akademischen Ausbildung und Tätigkeit in Großbritannien hat sie den frühen Diskurs um die Akademisierung der Pflege und das Denken über professionelle Pflege maßgeblich beeinflusst.
Auch der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) trauert um sein Ehrenmitglied Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Ruth Schröck. „Ruth Schröck war eine der großen und prägenden Persönlichkeiten für die professionelle Pflege in Deutschland“, so DBfK-Präsidentin Christel Bienstein. Besondere Verdienste hat Schröck in der Anfangsphase der Akademisierung in (West-)Deutschland seit den 1980er-Jahren erworben.
Ruth Schröck engagierte sich auch außerhalb der Hochschule in Gremien, durch Vorträge und Initiativen wie die Gründung des Deutschen Vereins für Pflegewissenschaft. Ihre Verdienste wurden in Deutschland und Großbritannien vielfach gewürdigt, unter anderem mit mehreren Ehrendoktorwürden. Der Bundespräsident verlieh ihr 2017 das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse. Der DBfK ernannte sie zum Ehrenmitglied und verlieh ihr 2011 die Agnes-Karll-Medaille. 2001 erhielt sie den Pflegepreis des Deutschen Pflegerates.
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