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08. Dez 2020 | News

Zweite Welle trifft Pflegeheime hart

Immer mehr Träger melden mit dem Coronavirus infizierte Bewohner und Mitarbeiter in stationären Pflegeeinrichtungen. Die Infektionswege sind zum Teil nicht mehr nachvollziehbar.
Alte Dame mit MNS schaut aus dem Fenster
Das Coronavirus findet seinen Weg in immer mehr Pflegeheime.
Foto: Adobe Stock/ bilderstoeckchen
"Die zweite Welle der Corona-Pandemie dringt in die Altenheime vor. Waren sie im Frühherbst noch wenig betroffen, häufen sich jetzt die Fälle, ohne dass die Infektionswege im Einzelnen nachvollzogen werden können. Fünf der 205 Altenheime der Caritas in der Diözese Münster verzeichnen teilweise so viele infizierte Bewohner und Mitarbeitende, dass Dienste mit eigenem Personal nicht mehr abgedeckt werden können", heißt es in einer Pressemitteilung des Verbandes vom 7. Dezember. Kleinere Ausbrüche gebe es demnach immer wieder in vielen Einrichtungen, die mit Sofortmaßnahmen und nochmals verstärkten Hygienekonzepten bislang eingedämmt werden konnten.

"Das ist ein Ritt auf der Rasierklinge", sagt Diözesancaritasdirektor Heinz-Josef Kessmann und verbindet dies mit dem Appell an die Angehörigen und Bekannte von Altenheimbewohnern, das problematische Infektionsgeschehen und die zusätzlichen Belastungen für das Pflegepersonal zu bedenken. Danach solle jeder für sich entscheiden, wie wichtig und notwendig ein Besuch derzeit für ihn selbst und den Bewohner sei. Am sichersten bleibe nach wie vor, die Zahl der Kontakte weitgehend zu reduzieren. "Uns ist bewusst, wie schwierig das im Einzelfall sein kann", sagt Heinz-Josef Kessmann: "Auf keinen Fall wollen wir zurück zu einer Schließung der Altenheime wie im Frühjahr". Aber größte Vorsicht bleibe geboten. Am schwierigsten sei die Lage derzeit in zwei Einrichtungen in Münster und Wesel. Hierfür habe die Fachhochschule Münster schon um Freiwillige mit pflegerischer Vorbildung geworben, um insbesondere die Nachtdienste noch besetzen zu können. Denn Infektionsfälle gebe es nicht nur bei den Bewohnern sondern eben auch unter den Mitarbeitenden, berichtet Anne Eckert, Referatsleiterin Altenhilfe im Diözesancaritasverband Münster. Als sehr hilfreich, um Infektionen im Großteil der Altenheime zu vermeiden oder die Zahl niedrig zu halten, hätten sich die Schnelltests erwiesen, so Eckert. Damit würden immer wieder symptomlose Mitarbeitende und Besucher als positiv identifiziert. Nach Statistiken des Robert-Koch-Instituts seien die Tests eher zu sensibel und zeigten eine Infektion, die sich nach einem weiteren Test nicht bestätigt. Entsprechend unwahrscheinlicher sei es, dass tatsächlich Infizierte unerkannt bleiben.

Das saarländische Sozialministerium meldete ebenfalls am 7. Dezember aktuell seien 47 von 150 saarländischen Pflege- und Altenheime von Corona betroffen. Darunter seien 16 Einrichtungen in denen nur Bewohnerinnen und Bewohner und 19 Einrichtungen in denen nur Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter infiziert sind. In 12 Einrichtungen gebe es sowohl infizierte Bewohnerinnen und Bewohner als auch infiziertes Personal. Zurzeit leben den Angaben des Ministeriums nach rund 13.000 Menschen in saarländischen Pflege- und Altenheimen die von etwa 10.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern betreut werden. Hiervon seien aktuell 379 Bewohnerinnen und Bewohner und 153 Betreuerinnen und Betreuer mit Covid-19 infiziert. Die Zahl an infizierten Bewohnerinnen und Bewohner bewege sich zwischen einem und 80 Fällen pro Einrichtung. Von den 28 Einrichtungen, in denen aktuell Bewohnerinnen und Bewohner infiziert sind, habe ein Haus 80 und ein Weiteres 42 Betroffene gemeldet. Bei neun Einrichtungen seien weniger als 40 Bewohnerinnen und Bewohner infiziert. Fünf dieser neun Einrichtungen wiesen weniger als 20 Fälle auf. In 17 Einrichtungen seien weniger als zehn Fälle bekannt, davon 10 mit nur einem bestätigten Fall.
 
"Die Situation in den saarländischen Pflege- und Altenheimen darf nicht unterschätzt werden. Wir wollen und müssen unsere vulnerablen Gruppen weiterhin schützen.  Unsere Heimaufsicht ist täglich in den Einrichtungen vor Ort und unterstützt die Pflegerinnen und Pfleger beziehungsweise die Träger in dieser schwierigen Situation", so Sozialministerin Monika Bachmann (CDU).

Kürzlich war bekannt geworden, dass in einigen Pflegeheimen die Versorgung auf der Kippe steht .
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In vielen Einrichtungen kann und will man nicht auf freiwilliges Engagement verzichten. Umso wichtiger ist, die Motivation ehrenamtlicher Helfer zu stärken und zu würdigen. Sie in ihrer Tätigkeit zu unterstützen und verlässlich in den Heimalltag einzubinden. Wie dies gelingt, beschreibt Kornelia Ehm-Widmann. In vielen Praxisbeispielen greift sie auf Erfahrungen als Einrichtungsleiterin und Referentin zum Thema „Freiwilligenarbeit“ zurück. Heim- und Pflegedienstleitungen profitieren so von praxiserprobten Konzepten. Die Themenpalette des Leitfadens reicht von den Grundlagen gelingender Ehrenamtsarbeit über die Bedeutung der Zusammenarbeit von Haupt- und Ehrenamtlichen bis zu systematisierten Prozessen im Freiwilligen-Management. Profitieren auch Sie von gut geschulten und eingebundenen Helfern: Ihre Bewohner sind zufriedener, genießen mehr individuelle Zuwendung. Die Wirkung Ihrer Einrichtung in das Umfeld, die Sicht von außen verbessert sich.

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