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20. Okt 2020 | Qualität

Weniger sedierende Psychopharmaka für Pflegebedürftige

Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) wirbt für einen verantwortungsbewussten Einsatz sedierender Psychopharmaka, mit denen eine dämpfende Wirkung auf das zentrale Nervensystem hervorgerufen wird. Ihr Ministerium fördert eine neue Studie zu dem Thema mit rund 260.000 Euro.
Hände eines älteren Mannes halten Wasserglas und Tabletten
Bei 40 Prozent der Heimbewohner mit Demenz würden sedierende Psychopharmaka verordnet, so Melanie Huml. Diese Medikamente hätten allerdings viele Nebenwirkungen und müssten daher besonders zurückhaltend eingesetzt werden.
Foto: Adobe Stock/ Mike Fouque

Konkret geht es laut Pressemeldung des Ministeriums dabei um eine Studie mit dem Titel "Reduktion sedierender Psychopharmaka bei Heimbewohnern und Mietern in ambulant betreuten Wohngemeinschaften mit fortgeschrittener Demenz" (DECIDE-Projekt). Sie wird von der Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie Janine Diehl-Schmid vom Klinikum Rechts der Isar geleitet. Im Rahmen des Projekts sollen Fortbildungen und Informationsveranstaltungen angeboten werden. Außerdem ist eine Website mit umfangreichen Informationen geplant.

"Mir ist bewusst, dass sedierende Medikamente bei einer Reihe von Erkrankungen notwendig sind, um die Beschwerden von Patienten zu lindern. Allerdings möchten wir für einen bewussten und verantwortungsvollen Umgang mit Sedativa werben. Mit der Studie sollen die Öffentlichkeit und die Beschäftigten in der medizinischen Versorgung und Pflege für die Problematik sensibilisiert werden. Außerdem planen wir einen Fachtag sowie Vorträge auf Kongressen zu dieser Thematik", so Huml.

Im Rahmen des DECIDE-Projekts solle außerdem eine Arzneimittelüberprüfung bei allen Bewohnern mit Demenz in 60 bayerischen Heimen beziehungsweise ambulanten Wohngemeinschaften stattfinden. Hierbei sollen mögliche Wechselwirkungen analysiert und individuelle Optimierungsempfehlungen für den behandelnden Arzt gegeben werden. Das Ergebnis der Arzneimittelüberprüfung werde aus neurologisch/psychiatrischer und pharmazeutischer Sicht kommentiert und den Einrichtungsleitungen zur Verfügung gestellt.

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