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09. Okt 2020 | Hauswirtschaft

Sachsen startet neues Präventionsprojekt

Trotz verschiedener Standards und Leitlinien zur ausgewogenen Ernährung in vollstationären Pflegeeinrichtungen scheinen in der Praxis weiterhin Defizite zu bestehen. Eine umfassende Datenlage ist diesbezüglich nicht vorhanden. Ein Projekt der parikom GmbH in Kooperation mit dem Paritätischen Sachsen soll nun Klarheit bringen.
Fotolia/Ingo Bartussek
Sachsen will jetzt eine Datengrundlage für die Ernährungssituation im Pflegebereich erstellen, weil es bisher wenig Wissen darüber gibt, wie gut die Verpflegung in den stationären Einrichtungen ist.
Foto: Fotolia/Ingo Bartussek

Das von den Ersatzkassen in Sachsen geförderte Projekt wird bis Februar 2022 eine Ist-Stand-Erhebung durchführen. "Ebenso wie in unserem Projekt zur Ernährung in der stationären Jugendhilfe ist auch im vollstationären Pflegebereich keine ausreichende Datengrundlage für die Umsetzung von ausgewogener Ernährung in den Einrichtungen vorhanden. Mit Befragungen von Einrichtungsleitungen und Fachkräften konnten wir schließlich in der Jugendhilfe ein sehr differenziertes Bild zeichnen, wo die Hürden, aber auch Ansatzpunkte liegen, um die ausgewogene Ernährung zu befördern. Genauso konstruktiv möchten wir mit den stationären Pflegeeinrichtungen in Sachsen arbeiten", erläutert die Projektleiterin Anja Schindhelm das Vorgehen.

Das Projekt möchte ganz zentrale Fragen klären:

Mehr individuelle Bedürfnisse und Wünsche berücksichtigen
"Ausgewogene Ernährung, die individuelle Bedürfnisse und Wünsche der Bewohner berücksichtigt, braucht mehr Aufmerksamkeit", sagt Bianca Stephan, Verantwortliche für Gesundheitsförderung in der Landesvertretung des Verbandes der Ersatzkassen (vdek). "In Sachsen leben 60.000 Pflegebedürftige in stationären Pflegeeinrichtungen. Doch es gibt wenig Wissen darüber, wie gut die Verpflegung dort ist."

Nach der coronabedingt verzögerten Startphase werden nun sächsische Pflegeeinrichtungen für die Mitwirkung gewonnen. Bis Ende 2021 werden Heimleitungen, Küchenleitungen und Heimbeiräte zu ernährungsspezifischen Aspekten in der jeweiligen Einrichtung befragt. Zudem erfolgt in ausgewählten Einrichtungen die Analyse von Speiseplänen anhand von Qualitätskriterien der Deutschen Gesellschaft für Ernährung.

Die Ergebnisse und daraus abgeleitete Bedarfe werden in einem öffentlich zugänglichen Projektbericht zusammengefasst. Zudem sollen Beispiele die Situation illustrieren und erste Impulse für die praktische Umsetzung dienen.

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