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22. Sep 2020 | Personal

„Wir brauchen jetzt gesellschaftlichen Druck“

Mit den im Versorgungsverbesserungsgesetz verankerten 20 000 zusätzlichen Hilfskraft-Stellen hat Gesundheitsminister Jens Spahn die Umsetzung des neuen Personalbemessungsverfahren eingeläutet. Projektleiter Prof. Heinz Rothgang von der Uni Bremen begrüßt diesen Schritt, mahnt aber weitere Maßnahmen an.

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Wie es mit dem neuen Personalbemessungsverfahrens weitergeht, erfahren Sie exklusiv von Prof. Dr. Heinz Rothgang auf dem Kongress ALTENHEIM PERSPEKTIVEN 2021 am 26. und 27. November in Köln.
Foto: David Ausserhofer

Positiv sei insbesondere, dass die Zahl der zusätzlich möglichen Stellen nach den Pflegegraden differenziert werde, „da wir empirisch festgestellt haben, dass die Personallücken mit den Pflegegraden ansteigen“, so Rothgang.  Dies reiche aber nicht aus, um den in der Studie prognostizierten Mehrbedarf zu decken. Rothgang: „Dieser erste Schritt deckt nur etwa ein Fünftel des gesamten Mehrbedarfs, weitere Schritte müssen folgen.“

Wie es nun weitergeht, hänge davon ab, wie aktiv „die Pflegeszene“ sei. „Durch die COVID-19-Pandemie sind die finanziellen Spielräume insgesamt kleiner geworden und die Langzeitpflege konkurriert mit anderen Branchen um knappe Ressourcen. Das Gesundheitsministerium hat mit dem Gesetzentwurf deutlich gemacht, dass es die Problemlage erkannt hat und etwas ändern will. Eine vollständige Umsetzung des Personalbemessungsverfahrens wird aber nur gelingen, wenn es einen entsprechenden gesellschaftlichen Druck von außen gibt, der das einfordert“, mahnt Rothgang an.

Der Wissenschaftler plädiert dabei für eine gestufte Einführung mit einer klar formulierten Gesamtstrategie. Elemente dieser Gesamtstrategie seien unter anderem eine verbindliche Definition der kommenden Einführungsstufen sowie die Schaffung geeigneter Ausbildungsstrukturen. Auch müssten sich die Pflegeheime auf neue Organisations- und Personalentwicklungsprozesse einstellen. „Das werden die Einrichtungen ohne weitere Unterstützung nicht leisten können. Wir haben daher vorgeschlagen, diese Prozesse in einer begrenzten Zahl an Heimen modellhaft durchzuführen, um so Erkenntnisse darüber zu gewinnen, wie das dann in die Fläche gebracht werden kann“, so Rothgang.

Wie geht es mit dem neuen Personalbemessungsverfahrens weiter? Und Wie wirkt sich die Corona-Krise auf die weitere Umsetzung aus? Antworten erhalten Sie exklusiv von Prof. Dr. Heinz Rothgang, Leiter der Abteilung Gesundheit, Pflege und Alterssicherung am SOCIUM der Universiät Bremen, auf dem Kongress ALTENHEIM PERSPEKTIVEN 2021 am 26. und 27. November in Köln. Infos und Anmeldung unter: www. ah-konferenzen.de

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