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22. Jun 2018 | Pflege und Politik

Wird die Ausbildungsqualität gesenkt?

Mit deutlicher Kritik bewertet der Deutsche Bildungsrat für Pflegeberufe die finale Fassung der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung (PflAPrV) . Auch die Hochschule für Gesundheit (hsg) in Bochum meldet Zweifel an.

Der DBR befürchtet, dass das Niveau der Altenpflegeausbildung abgesenkt worden ist und damit fast an das Niveau einer Assistentenausbildung rückt. Foto: Krüper

Der Referentenentwurf sei aus politischen Gründen geändert worden: Das Niveau der Altenpflegeausbildung ist abgesenkt worden und damit fast an das Niveau einer Assistentenausbildung gerückt, schreibt der Verband in einer Pressemitteilung.

Im jetzt vorliegenden Entwurf werden die Anforderungen an die Beherrschung des Pflegeprozesses abgespeckt. Dabei werde verkannt, dass schon die Erhebung und Feststellung des Pflegebedarfs, die jetzt eine vorbehaltene Aufgabe aller Pflegefachpersonen werden soll, das A und O für die weitere Gestaltung des Pflegeprozesses ist. Es ist nicht nachvollziehbar, warum hier Altenpfleger weniger qualifiziert sein sollen als die anderen Pflegefachpersonen. Ebenso wenig sei nachvollziehbar, warum gerade in der Altenpflege weniger kommunikative Kompetenzen der Pflegefachpersonen erforderlich sein sollen als in der sonstigen Pflege.

"Die geplanten Absenkungen in den Anforderungen an die Ausbildungsqualität in der Altenpflege, die zum Teil sogar hinter den gegenwärtigen Anforderungen nach dem AltPflG zurückbleiben, sind nicht nur rückwärtsgewandt, sondern können kontraproduktive Wirkungen nicht nur in der Versorgung, sondern auch in der Berufswahl erzeugen", schreibt Gertrud Stöcker, Vorsitzende des Deutschen Bildungsrats für Pflegeberufe (DBR).

Prof. Dr. Anne Friedrichs, Präsidentin der Hochschule für Gesundheit (hsg Bochum), in Bochum, verweist auf einen weiteren kritischen Aspekt: "Statt die Attraktivität des Pflegeberufs zu erhöhen, um nicht nur mehr, sondern auch mehr hochqualifiziertes Personal für diesen Bereich zu gewinnen, wird diskutiert, dass Pflegehilfskräfte in 186 Stunden zu Fachkräften für Behandlungspflege qualifiziert werden sollen. Natürlich benötigen wir in der Pflege einen gesunden Mix aus gut ausgebildeten und hochqualifizierten Fachkräften sowie aus Pflegeassistenz- und Pflegehilfskräften. Aber in der aktuellen Diskussion wird suggeriert, dass wirklich jeder eine Pflegekraft werden kann." Angesichts der massiven Probleme in der Gesundheitsversorgung könne das Absenken der Ausbildungsqualität nicht die richtige Antwort sein, so Friedrichs in einer Mitteilung der Hochschule.

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