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30. Nov 2020 | Politik

Weniger Besuche - verpflichtende Tests für Mitarbeiter

Angesichts steigender Infektionszahlen werden in Rheinland-Pfalz ab dem 1. Dezember die täglichen Besuche in Heimen gesenkt und Mitarbeiter verpflichtend getestet. Dem privaten Trägerverband bpa geht die Regelung nicht weit genug.

Gesundheits- und Sozialministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler: "Aufgrund der hohen Infiziertenzahlen treffen wir nun weitere Schutzmaßnahmen."

Foto: Dennis Möbus

In Rheinland-Pfalz wird vom 1. bis 21. Dezember 2020 die Zahl der täglich möglichen Besuche in Pflegeheimen gesenkt. Nur noch ein Besucher pro Tag kann einen Pflegebedürftigen besuchen. Zwei Besucher pro Tag sind nur noch dann erlaubt, wenn sie aus demselben Haushalt kommen. Das geht aus einer neuen Landesverordnung hervor, die die Landesregierung jetzt beschlossen hat. "Aufgrund der aktuell hohen Infiziertenzahlen und aktuell fast 130 Pflegeeinrichtungen, in denen es Infizierte oder Verdachtsfälle gibt, treffen wir nun weitere Schutzmaßnahmen", sagte Gesundheits- und Sozialministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler.

Besucher müssen während der gesamten Dauer ihres Besuches eine so genannte FFP2-Maske tragen und müssen diese selbst mitbringen. Wenn eine Einrichtung in ihrem Hygienekonzept selber festgelegt hat, dass sie Mund-Nasen-Schutz für die Besucher ihrer Bewohner zur Verfügung stellt, dann gilt das auch für die FFP2-Masken.

Da in der Weihnachtszeit mit erhöhtem Besucheraufkommen zu rechnen ist, gilt die Pflicht der Besucher zum Tragen der FFP2-Maske bis 31. Dezember 2020.

Die Landesverordnung sieht ebenfalls vor, dass die Testung mit den Schnelltests ab dem 1. Dezember 2020 in allen Pflegeheimen  bei allen Mitarbeitern verpflichtend durchzuführen ist. Vorgeschrieben ist nun ein Test pro Woche für jeden Mitarbeiter. Wenn die Einrichtung im Einzugsgebiet eines Landkreises oder einer Kreisfreien Stadt liegt, deren Infektions-Inzidenz über dem Landesdurchschnitt liegt, sind die Testungen der Mitarbeiter für den Zeitraum der Überschreitung zwei Mal wöchentlich durchzuführen.

Privater Pflegeverband kritisiert neue Verordnung

Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (bpa) kritisiert die Verordnung. Nach Ansicht des Vebandes gehe sie nicht weit genug. "Nach der Verordnung dürften in einem Heim mit 100 Plätzen in den nächsten drei Wochen 2.100 Angehörige und Freunde zu Besuch kommen. Und uns wird das als die größte Beschränkung verkauft. Und unseren verbliebenen Mitarbeitern wird schlicht zugerufen: testen, testen, testen", sagt Landesvorsitzender Bernd Meurer. "Um es klar zu sagen: Wir können nicht mit reduzierter Mannschaft die Bewohner gut versorgen, regelmäßig testen, umfängliche Dokumentationspflichten erfüllen und dann auch noch einer steigenden Infektionsgefahr durch Gäste ausgesetzt werden. Wer so handelt, spekuliert mit der Gesundheit der pflegebedürftigen Menschen und unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter!"

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