Created with Sketch.

13. Jun 2018 | Pflege und Politik

Spahns Sofortprogramm ist "eine Fortsetzung der Flickschusterei und politisch unseriös".

Diakonie-Präsident Ulrich Lilie erwartet von der Bundesregierung deutlich mehr Engagement für die Pflege. Lilie sagte dem Evangelischen Pressedienst (epd), es gebe viele Beispiele dafür "wie verrückt das System ist"

Diakonie-Präsident Ulrich Lilie fordert von der Bundespolitik deutlich mehr Engagement für die Pflege. Foto: Adobe Stock/ Peter Atkins

Die Ausgaben, die auf Pflegebedürftige zukämen, die einen stationären Pflegeplatz brauchen, lägen in der Spitze inzwischen bei 2.400 Euro im Monat, im Durchschnitt bei 1.800 Euro monatlich. "Es ist ein echtes Risiko, pflegebedürftig zu sein", sagte Lilie, "und wir nennen das Sozialversicherung. Das ist ein Fake!"

Tatsächlich müsse bei jedem dritten Heimbewohner der Staat mit Sozialhilfe einspringen. Der Diakonie-Chef forderte die Politik auf, die Finanzierung der Pflege grundlegend zu überdenken: "Wir müssen über Geld reden - aber wir müssen auch über die Verteilung reden", sagte er.

Lilie schlug ein Mischmodell aus Steuerfinanzierung, Pflegeleistungen und Mitteln der Krankenversicherung vor, um zu "einer vernünftigen Absicherung bei Pflegebedürftigkeit zu kommen". Er erwarte von der Politik Antworten auf die Frage, "wie wir die Pflegeversicherung so weiterentwickeln, dass sie nicht eine Versicherung mit unkalkulierbaren Risiken für die zu Pflegenden und ihre Angehörigen wird."

Das von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) angekündigte Sofortprogramm für mehr Pflegekräfte überzeugt den Diakonie-Präsidenten nicht. Lilie sagte, es sei vielmehr "eine Fortsetzung der Flickschusterei und politisch unseriös".

Erst kürzlich hatte wegen der steigenden Eigenanteile in der stationären Altenpflege eine öffentliche Anhörung im Gesundheitsausschuss der Bundesregierung gegeben.

Um die angespannte Situation in der Pflege wird es auch auf der Altenheim EXPO 2018 am 19. und 20. Juni in Berlin gehen.

Freiwilligen-Management

Bücher

Freiwilligen-Management

In vielen Einrichtungen kann und will man nicht auf freiwilliges Engagement verzichten. Umso wichtiger ist, die Motivation ehrenamtlicher Helfer zu stärken und zu würdigen. Sie in ihrer Tätigkeit zu unterstützen und verlässlich in den Heimalltag einzubinden. Wie dies gelingt, beschreibt Kornelia Ehm-Widmann. In vielen Praxisbeispielen greift sie auf Erfahrungen als Einrichtungsleiterin und Referentin zum Thema „Freiwilligenarbeit“ zurück. Heim- und Pflegedienstleitungen profitieren so von praxiserprobten Konzepten. Die Themenpalette des Leitfadens reicht von den Grundlagen gelingender Ehrenamtsarbeit über die Bedeutung der Zusammenarbeit von Haupt- und Ehrenamtlichen bis zu systematisierten Prozessen im Freiwilligen-Management. Profitieren auch Sie von gut geschulten und eingebundenen Helfern: Ihre Bewohner sind zufriedener, genießen mehr individuelle Zuwendung. Die Wirkung Ihrer Einrichtung in das Umfeld, die Sicht von außen verbessert sich.

Tags

Das könnte Sie auch interessieren!

1 Kommentare

Sie sind aktuell nicht eingeloggt.

Um einen Kommentar zu verfassen, melden Sie ich bitte an.

Login

Unbekannter Nutzer

15. Jun 2018

Warum findet der Diakoniepräsident Lillie das von Spahn angekündigte Programm unseriös? Anstatt gleich alles immer schlecht zu reden sollte man Herrn Spahn vielleicht einfach mal die Zeit und die Chance geben damit anzufangen! Bei jedem Programm muss erst mal der Startknopf gedrückt werden, damit man es später an seinen Erfolgen oder auch Mißerfolgen messen kann. Selbst Herr Spahn sagte in Hart aber Fair, dass das Sofortprogramm keine salomonische Lösung ist. Jedoch ist es nun mal der Einstieg und ein Beginn im Kontext mit anderen Maßnahmen. Dass der Pflegefachkräftemangel in Deutschland nicht von heute auf morgen gelöst werden kann müsste jedem normal denkenden Menschen klar sein. Auch wenn, wie Lillie fordert,die Bundesregierung eine Lösung der Umverteilung der Gelder hätte, löst das immer noch nicht das Personalproblem! Weil einfach keine Pflegekräfte vorhanden sind. Und auch das ist hausgemacht, weil nach der damaligen Reform der Altenpflegeausbildung kein Hauptschulabgänger mehr in der Altenpflege zugelassen war! Menschen mit mittlerer Reife oder Abitur werden mit Sicherheit nicht auf Dauer an der Pflegebasis arbeiten wollen, sonder in höhere Gefilde wechseln, Also nur noch Häuptlinge, keine Indianer mehr! Und die nunmehr neue generalisierte Ausbildung ist erst recht der Todesstoß für die Altenpflege! Nennt mir einen Schüler der dann in der Altenpflegeschiene bleibt, wenn er doch in der Krankenpflegeschiene später im Berufsleben viel mehr Möglichkeiten hat. Eine Krankenpflegekraft kann im Altenheim als Fachkraft arbeiten, eine Altenpflegekraft im Krankenhaus nur sehr eingeschränkt! Was aller Wahrscheinlichkeit langsam zum Aussterben der Altenpflegeschulen und des Berufes des Altenpflegers führt. Vielleicht haben ja die Kritiker aus den Reihen der übergeordneten Verbände Sofortlösungen. Anscheinend auch nicht. Oder vielleicht die kirchlichen Organisationen mit ihrem besonderen Draht nach oben! Warten wir wirklich vergebens aufs die göttlichen Eingebungen? Ein Sprichwort, dass auch sinngemäß schon in der Bibel steht lautet: hilf dir selbst, dann hilft dir Gott. Also sollten unsere Verbände, kirchlichen Organisationen aber auch ein Jeder von uns, die "Nochregierung" mit aller Kraft unterstützen. Denn es geht um unser Alten, ohne deren Leistung wir heute nicht so weit wären!! Und dann machen wir es wie der Kaiser Franz( Beckenbauer).. dann schaun mer halt mal.

Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Ok