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17. Nov 2017 | Management

Selbstbestimmt leben bis zuletzt

Den Willen der Bewohner in der letzten Lebensphase so umzusetzen, wie es ihren individuellen Vorstellungen entspricht, ist Ziel des Projektes "Behandlung im Voraus planen". Dafür erhält das Pflegeheim "An den Platanen" in Neu-Isenburg den Altenheim Zukunftspreis 2017. Das Vorgehen hat bundesweit Modellcharakter, lobt die Jury.

Das Ende 2015 verabschiedete Hospiz- und Palliativgesetz (HPG) sieht in § 132g SGB V vor, dass jeder Bewohner über die medizinisch-pflegerische Versorgung und Betreuung in der letzten Lebensphase beraten und ihm Hilfen und Angebote der Sterbebegleitung aufgezeigt werden. Das Altenpflegeheim "An den Platanen" hat sich diesem Thema mit dem Projekt "Behandlung im Voraus planen" auf besondere Weise angenommen. Die Vorausplanung orientiert sich an Werten, Krankheitsverständnis und den Präferenzen für Betreuung und Behandlung, die mithilfe von geschulten und qualifizierten Gesprächsbegleitern von den Bewohnern erfragt werden. Das Gesprächsangebot richtet sich auch an Bevollmächtige bzw. Betreuer von Bewohnern, die sich nicht selbst entscheiden können. Ziel ist es, dass bei allen zukünftigen Behandlungen ihre Wünsche bekannt sind und Beachtung finden.
Geschulte Gesprächsbegleiter und Hausärzte unterstützen die Bewohner dabei, sich konkret mit ihren individuellen Behandlungswünschen auseinanderzusetzen. Diese werden in eigens dafür entwickelten Patienten- und Vertreterverfügungen sowie einem Notfallbogen dokumentiert.
Einrichtungsleiter Günther Schlott hat den mit 3.000 Euro dotierten Altenheim Zukunftspreis 2017 bei der feierlichen Verleihung vor Ort von Altenheim-Chefredakteur Steve Schrader freudig entgegengenommen. "Der Zukunftspreis 2017 ist für unser Team Freude und Bestätigung zugleich. Wir sind stolz und glücklich, dass unsere Bemühungen um eine Gestaltung der vorausschauenden Behandlungsplanung deutschlandweit Anerkennung gefunden haben. Dies bestärkt uns, auch weiterhin mit Mut zum Risiko innovative Wege zum Wohle unserer Bewohner zu gehen und das Umfeld der stationären Altenpflege zu verbessern", so Schlott.

Mit dem Projekt wird Neuland betreten
Steve Schrader lobt: "Das Pflegeheim "An den Platanen" gehört damit deutschlandweit zu den ersten Einrichtungen, die die Vorgaben des neuen Hospiz- und Palliativgesetzes umgesetzt hat. Sie haben echtes Neuland betreten und Strukturen geschaffen, die anderen Einrichtungen als Vorbild dienen können." Die Einrichtung sei damit in Vorleistung gegangen. Denn bisher hätten sich Kassen und die Trägerverbände nicht auf die konkreten Inhalte, Anforderungen und vor allem auf die Höhe der erstattungsfähigen Kosten dieses neuen Angebotes verständigen können. Schrader: "Und das, obwohl diese Einigung laut Gesetz eigentlich schon bis Ende 2016 hätte vorliegen müssen. Dass die Verantwortlichen diesen Schritt trotzdem wagen – auch dafür gebührt ihnen der größte Respekt." Zudem ermögliche das Projekt den Bewohnern, dass ihr Wille hinsichtlich künftiger medizinischer Behandlungen so umgesetzt wird, wie es ihren individuellen Vorstellungen und Wünschen entspricht. Und zwar auch dann, wenn sie sich im Falle des Falles gar nicht mehr selbst dazu äußern können. Damit erhielten die Bewohner ein großes Stück Sicherheit für eine Lebensphase, die mit vielen Ängsten und Unsicherheiten verbunden sei, so Schrader weiter.

Der Altenheim-Zukunftspreis 2017 wird unterstützt von der Curacon Weidlich Rechtsanwaltsgesellschaft in Ratingen. Für sie war Rechtsanwalt Kai Tybussek bei der Preisverleihung dabei: "Das Projekt in Umsetzung des HPG ist ein fantastisches Beispiel für Kreativität und Mut zu neuen Wegen in der Pflege mit Blick auf die letzte Lebensphase. Das neue HPG verpflichtet nämlich Heimträger, sich aktiv an der Erstellung einer Patientenverfügung zu beteiligen. Mit dem wohl bundesweit einmaligen Projekt übernimmt die Mission Leben eine Vorreiterrolle in der Umsetzung des § 132 g SGB V. Rechtssicherheit und Würde zu schaffen bzw. zu erhalten für Menschen in Notfällen, bei akuter schwerer Erkrankung mit ungewisser oder ungünstiger Prognose sowie bei dauerhafter Unfähigkeit, selbst zu entscheiden ist ein wertvolles Ziel der gesundheitlichen Vorsorgeplanung für die letzte Lebensphase."

Ein Video von der Preisverleihung des Zukunftspreises sehen Sie hier in Kürze. Einen ausführlichen Beitrag über das preisgekrönte Projekt lesen Sie in der Januar-Ausgabe von Altenheim.

Im Bild v.li.: Altenheim-Chefredakteur Steve Schrader, Kirsten Wolf, Leiterin vom KooperationspartnerWürdezentrum, Pflegedienstleiter Raimund Werner, Heimleiter Günther Schlott, Gerd Brückmann, Geschäfstführer Mission Leben, Rechtsanwalt Kai Tybussek, Geschäftsführender Partner Curacon Weidlich Rechtsanwaltsgesellschaft. Foto: Olga Ennulat

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