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14. Nov 2017 | Blog

Nicht quatschen, sondern machen!

Elisabeth Scharfenberg

Die Pflege braucht große Veränderungen und alle hoffen, dass die nächste Regierung hier Fakten schafft. Doch die Pflege braucht auch kleine Veränderungen und jede oder jeder von uns kann die anstoßen. Wie? Zum Beispiel, indem wir Menschen zusammenbringen, die sich für gute Pflege einsetzen.

Elisabeth Scharfenberg, Politikerin

Immer mehr Aktive in der Pflege gehen neue Wege. Wollen mitreden, wollen lösungsorientiert diskutieren. Ob das geht? Ich kann aus voller Überzeugung und persönlicher Erfahrung sagen: Ja! Es geht, wenn man einen Austausch auf Augenhöhe sucht. Wenn man ohne Schranken im Kopf oder Denkverbote Lösungen sucht. Lösungen für die Probleme, die einen selbst umtreiben. Wenn man selbst die Themen setzt, anstatt einer vorgegebenen Tagesordnung zu folgen. Es geht, wenn das Motto lautet: Geht nicht, gibt´s nicht.

Ich rede hier von einem Open Space, einem Barcamp – quasi einem offenen Raum für Kreativität, Mut und Lust, wirklich etwas zu verändern. Pläne zu schmieden statt Probleme zu diskutieren. Ich habe das mehrmals erlebt und war begeistert. Zuletzt beim Aktivcamp Pflegeim betahaus in Berlin Kreuzberg- einer von mir organisierten Veranstaltung. Die Tagesordnung wurde morgens von allen gemeinsam aufgestellt. Jeder und jede war gefragt, sich selbst und das eigene Thema einzubringen und das als Session für Interessierte anzubieten. Kein passives Zuhören, sondern aktives Mitgestalten. Und am Ende jeder Session gab es einen 5-Punkte-Aktionsplan. Was werden die nächsten Schritte sein? Wo will ich in 3, in 6, in 12 Monaten stehen?

Wer geht denn da hin, werden viele jetzt fragen. Das ist ja ganz schön unbequem, da muss ich ja selbst ran... Und ja, das stimmt. Wenn ich dahin gehe, muss ich mich einbringen. Die TeilnehmerInnen, die dabei waren, hatten genau dazu große Lust. Es war eine bunte Mischung, vom Azubi bis zur Pflegedirektorin, vom Ehrenamtlichen bis zur Geschäftsführung, von der Bloggerin bis zur Pflegefachkraft. Pflege hat viele Gesichter und Aktive. Insgesamt waren viele Jahre Lebens- und Pflegeerfahrung im Raum. Erfahrung, die miteinander geteilt wurde. Dabei waren die Erfahrungen der Auszubildenden übrigens ebenso wertvoll wie die von langjährigen Führungskräften. Expertinnen und Experten werden im Barcamp anders definiert: Gerade das Einbringen unterschiedlicher Perspektiven macht neue Ideen möglich.

Auch das AUGENHÖHEcamparbeitet so. Im Frühjahr diesen Jahres wurde das Thema Ambulante Pflege in den Fokus genommen – und die Veranstaltung war ausgebucht. In Österreich gibt es das CareCamp, in diesem Jahr mit Fokus auf das Thema Demenz, in Köln fand im Juni das Care Camp Köln für das Gesundheits- und Sozialwesen statt. Die Barcamps waren an allen Orten ein voller Erfolg.

Und was wird da nun genau diskutiert? Nehmen wir als Beispiel das Aktivcamp Pflege. Es gab verschiedene Sessions zum Thema Ausbildung, Demenzfreundlichkeit, Stärkung der Fachlichkeit, Führungsrolle, selbststeuernde Teams und Social Media im Bereich Pflege. Alle Themen kamen von den TeilnehmerInnen selbst. Es wurde diskutiert, genetzwerkt, Projekte und deren sofortige Umsetzung vereinbart. Über allem schwebte das Motto einer der Sessions: Nicht quatschen, sondern machen! Aktiv statt passiv. Eine Teilnehmerin erzählte zum Schluss, dass ihrem Geschäftsführer nicht ganz klar gewesen wäre, auf welche Art Fortbildung sie denn nun fährt. "Umarmen Sie beim Aktivcamp Bäume?" Nein, Bäume haben wir nicht umarmt. Aber am Ende des Tages waren wir alle so zufrieden, das es sich fast ein bisschen so angefühlt hat.

Fehlzeiten konstruktiv managen

Bücher

Fehlzeiten konstruktiv managen

Der konstruktive Umgang mit Fehlzeiten ist eine zentrale Führungsaufgabe. Sie erfordert: einrichtungsinterne Definition von Fehlzeiten, Abgrenzung zu anderen Ausfallzeiten, detaillierte Erfassung und Analyse sowie abgestufte Reaktionsformen. Das Buch hilft, klar strukturiert, transparent und nachvollziehbar zu handeln, wenn es darum geht, die Motivation engagierter Mitarbeiter zu erhalten und nicht etwa ungewollt zu weiteren Fehlzeiten zu ermuntern. Es wird deutlich, wie es gelingt, die Kontinuität in der Dienst- und Einsatzplanung zu gewährleisten und eine Gefährdung der wirtschaftlichen Interessen zu vermeiden.

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