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30. Mai 2018 | News

NEVAP kritisiert pflegerische Unterversorgung in Niedersachsen

Der Niedersächsische Evangelische Verband für Altenhilfe und Pflege (NEVAP) sieht die pflegerische Unterversorgung in Niedersachsen als selbstverschuldetes Ergebnis der Selbstverwaltung und Folge politischem (Nicht)-Handelns. Die Themen liegen schon lang auf dem Tisch und sind ausgesessen oder zerredet worden.

Die Arbeitsbedingungen in der Pflege müssen sich verbessern. Foto: Krüper

"Es drängt sich die Frage auf, ob die Selbstverwaltung versagt hat und das falsche Instrument ist, um so wichtige Fragen wie die Sicherstellung der Pflege im Land zu regeln", gibt Christian Sundermann, Vorstandsvorsitzender des Fachverbandes NEVAP, zu bedenken.

Seit Jahren veranstalte die Politik Runde Tische, Pflegekommissionen, schmiedete 2011 den Pflegepakt – ohne tragendes Ergebnis, heißt es in einer Pressemitteilung des Verbandes! "Moderieren durch die politisch Verantwortlichen reicht eben nicht", stellt Sabine Weber, stellvertretende Vorsitzende des NEVAP fest. "Angesichts von Unterversorgung von Pflege im ambulanten Bereich ist es ein Skandal, die vollständige Refinanzierung der Wege- und Pflegezeiten zu verweigern, kommentiert Frank Pipenbrink, Geschäftsführer des Fachverbandes.

Der Verband stellt seine Lösungen vor:

  • Die Pflegeversicherung muss besser ausfinanziert werden, entweder steuerfinanziert oder durch höhere Beiträge
  • Die Mitarbeitenden müssen gerecht vergütet werden
  • Auszubildende dürfen nicht ausgebeutet werden
  • Gute Arbeitsbedingungen im ambulanten Bereich müssen durch auskömmliche Wegepauschalen und ausreichender Vergütung bei Pflege nach Zeit ermöglicht werden
  • Die Arbeitsbedingungen im stationären Bereich müssen durch eine angemessene Personalausstattung verbessert werden, um Mitarbeitenden ausreichend Zeit für die personenbezogenen pflege- und betreuungsintensiven Arbeiten einzuräumen, ohne Zeitdruck die notwendigen administrativen Tätigkeiten erledigen zu können, eine verlässliche Dienstplanung sicherzustellen und gewollte Vollzeitbeschäftigung anbieten zu können
  • Eine Imagekampagne aller Akteure, um junge Menschen für den Beruf zu begeistern
  • Gezielte Anwerbung von Fach- und Hilfskräften aus Drittstaaten mit Masterplan und Well-come-center auf Landesebene inklusive Abschaffung aller Hemmnisse für Pflegende aus dem Ausland und Integration von Geflüchteten mit Bleibeperspektive
  • Eine Bildungsoffensive für Fach- und Hilfskräfte mit finanzieller Unterstützung des Landes

Der NEVAP ist übergreifend für die landeskirchlichen Diakonischen Werke als Fachverband tätig und vertritt 178 Träger mit 300 ambulanten und stationären Altenhilfeeinrichtungen in Niedersachsen.

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