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09. Apr 2018 | Pflege und Politik

Kiefer: Heimträger sollten geringere Renditen akzeptieren

Die gesetzlichen Kassen schlagen eine Anhebung des Beitragssatzes zur Pflegeversicherung vor, um Pflegekräfte besser zu bezahlen. Nach jetzigem Stand könne der Beitragssatz etwa bis 2020 stabil bleiben, sagte der Vorstand des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), Gernot Kiefer, laut dem "RedaktionsNetzwerk Deutschland".

Der Vorstand des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), Gernot Kiefer. Foto: GKV Spitzenverband

"Aber sollten in dieser Legislaturperiode Leistungen ausgeweitet oder die Bezahlung des Personals verbessert werden, muss ein Teil sicher auch über einen höheren Beitragssatz finanziert werden." Derzeit liege dieser bei 2,55 Prozent, bei Kinderlosen bei 2,8 Prozent.

Im Koalitionsvertrag von Union und SPD sei die Idee eines bundesweit verbindlichen Tarifvertrags für die Pflege verankert, erklärte Kiefer. Die Schwelle für eine allgemeinverbindliche Erklärung solle gesenkt werden. "Wir sind sehr gespannt, wie das alles ausgestaltet wird und man auch die kirchlichen Träger einbeziehen kann", sagte er.

Natürlich werde ein solcher Tarifvertrag Kosten erhöhen. Kiefer sieht da auch die Heimbetreiber in der Verantwortung: "Jeder Pflegeheimträger, der halbwegs normal wirtschaftet, erzielt auf das eingesetzte Kapital eine Rendite von bis zu 10 Prozent. Wenn man in der Pflege etwas bewegen will und das gesellschaftlich gewollt ist, sollten auch geringere Renditen akzeptiert werden."

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5 Kommentare

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Unbekannter Nutzer

12. Apr 2018

Hallo zusammen, ja das was da bisher geschrieben steht ist nicht besser zu beschreiben. Hier ist die Mailadresse von Herrn Kiefer, Vielleicht muss man ihm diese Dinge zusätzlich persönlich zukommen lassen: gernot.kiefer@gkv-spitzenverband.de Eine solche Äußerung könnte ich von Politikern noch hinnehmen, da weiß jeder wie es einzuordnen ist, aber von einem Vorstand des GKV Spitzenverbandes ist dies nicht hinnehmbar. Sorry, aber nehmen Sie Ihren Hut!

Unbekannter Nutzer

12. Apr 2018

Es ist doch allgemein bekannt, dass die höchsten Steigerungsraten der Gehältern in Gesundheitswesen bei den Vorständen der Krankenkassen zu finden sind.

Unbekannter Nutzer

12. Apr 2018

Sehr geehrter Herr Kiefer, es ist einfach unglaublich was Sie tun und dabei noch zu meinen kein Mensch durchschaut dies, schlägt einer ganzen Branche öffentlich ins Gesicht! Gerade Ihr Verband war es doch bisher, der versucht hat Träger die chronisch weit unter Tarif bezahlen, Rendite machen auf Kosten von Menschen (Bewohnern/innen und Mitarbeitern/innen in den Heimen) -und vielleicht dadurch 10% Rendite erreichen- als Beispiel gegenüber den Trägern hinzustellen die die vorgeschriebenen Personalschlüssel einhalten und ihre Mitarbeiter/innen anständig nach Tarif bezahlen und damit die Kosten zu drücken. Die Forderung ging soweit öffentlichen und kirchlichen Trägern zu sagen dass ihre Tarifverträge zu teuer seien! Sie wissen ganz genau (oder könnten es zumindest ganz leicht wissen) wie es um die wirtschaftliche Situation der Heime bestellt ist. Also unterstelle ich Ihnen hier absichtliche Stimmungsmache! Heime übernehmen eine Aufgabe die die betreffenden Familien nicht übernehmen können oder wollen. Wir alle erwarten dass unsere Angehörigen auf das Beste versorgt werden und sind schockiert über gelegentliche Nachrichten zu Missständen. Warum gibt es denn die derzeitige Debatte dass Pflegekräfte besser bezahlt werden sollen? Weil kaum noch jemand diesen schlecht angesehenen und bescheiden bezahlten Beruf machen möchte. Warum hat dieser Berufsstand in der Öffentlichkeit einen solchen schweren Stand? Weil er oft genug (und das nicht zuletzt durch Kassen oder sogenannte selbstberufene Pflegeexperten) kriminalisiert und sprichwörtlich "in den Dreck gezerrt" werden. Generalverdacht für alle! Ihre eigenen Mitarbeiter/innen äußern, dass Pflegeheime in Deutschland besser überwacht werden als Atommeiler. Woher kommt das denn? Sie hätten bereits seit Jahren dazu beitragen können dass es nicht zu einer solchen Situation kommt. Welche Gründe gibt es dass Sie nicht tätig wurden? Ihre (ich unterstelle: wisssentlich falsche) Äußerung zieht hoffentlich Kreise und bringt Menschen zum Nachdenken. Zu möglicherweise überzogenen Verwaltungskosten und Personalkosten Ihres Verbandes möchte ich hier lieber schweigen.

Unbekannter Nutzer

12. Apr 2018

Das ist reine Heuchelei seitens der Kassen. Solange die Kassenleistungen je Pflegegrad nicht angehoben werden, werden die höheren Pflegesätze in Folge der verbesserten Bezahlung der Pflegekräfte zu 100% von den Beitragszahlern zu tragen sein. Die Kassen werden aufgrund der Deckelung keinen Cent zusätzlich zahlen müssen. Es ist viel mehr der Fall, dass durch den fortschreitenden Rothgang-Effekt (nach der großzügigen Überleitung in das System der Pflegegrade) der durchschnittliche Pflegegrad und damit die auch die durchschnittliche Kassenleistung sinken wird. Und dies bei annähernd gleichem Versorgungsaufwand!

Unbekannter Nutzer

12. Apr 2018

Wenn man in der Pflege etwas bewegen will und das gesellschaftlich gewollt ist, sollten Vorstände der Pflegekassen und deren Spitzenverbände auch geringere Gehälter akzeptieren. Ach, es ist immer so schön einfach, anderen vorzuschlagen, worauf sie verzichten sollen... Leider wird so oft vergessen, dass es eben nicht nur die renditeorientierten Ketten gibt, sondern auch viele kleine Familienbetriebe, die nicht über Zentralisierung von Bereichen wie Verwaltung, QM, Einkauf, Marketing, IT etc. ordentliche Renditen erzielen können. Die Politik ist auf einem guten Weg, diese kleinen Betriebe mehr und mehr aus dem Markt zu drängen.

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