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17. Sep 2018 | Pflege und Politik

In jedem Pflegeheim sollte ein Palliativteam selbstverständlich sein

Auf dem 1. Bürgertag zur Zukunft der Hospiz- und Palliativversorgung in Baden-Württemberg stellte am Freitag, 14.9., Staatssekretärin Bärbl Mielich einen mit 1,3 Millionen Euro ausgestatteten Aktionsplan vor, um die wohnortnahe Hospiz- und Palliativversorgung im Land zu verbessern.

Baden-Württemberg will die wohnortnahe Hospiz- und Palliativversorgung im Land verbessern. Foto: Krüper

In Stuttgart diskutierten rund 200 Bürger darüber, wie Sterbende und deren Angehörige auf ihrem letzten gemeinsamen Weg möglichst einfühlsam und schmerzlindernd begleitet werden können. Als erstes Bundesland fördert Baden-Württemberg die Teilnahme an Weiterbildungskursen in der Trauerbegleitung. Weitere Maßnahmen des Aktionsplans sind unter anderem die Stärkung der Palliativkompetenz in Einrichtungen der Altenhilfe, die Förderung stationärer Hospize sowie Projekte zur Verbesserung der Palliativversorgung von Kindern und zur Information der Bürger.

Staatssekretärin Mielich wollte unter anderem den Vorschlag aufgreifen, dass das Land Pflegeheime bei einer Änderung ihrer Haltung zu Sterben und Tod unterstützen solle. "Ein Palliativteam oder ein Palliativbeauftragter sollte in jedem guten Pflegeheim eine Selbstverständlichkeit sein", so Mielich. Für die Finanzierung solcher Strukturen wolle sie sich auch auf Bundesebene einsetzen.

Unterstützung erhielt die Staatssekretärin durch die Freiburger Palliativmedizinerin Professorin Gerhild Becker, die in ihrem Fachvortrag betonte, dass Pflegeheime zunehmend zu Orten des Sterbens würden und Beschäftigte in palliativ-pflegerischer Hinsicht gestärkt werden müssten. "Die Förderung der Weiterbildung der Mitarbeitenden ist ein wichtiger Schritt, um eine solche Kultur in Alten- und Pflegeheimen zu etablieren", so Becker.

Hintergrundinformationen: Der Aktionsplan "Hospiz- und Palliativversorgung in BW - 2018/19" umfasst bei einem Gesamtvolumen von 1,3 Millionen Euro insgesamt fünf Schwerpunkte:

  • Stärkung der Palliativkompetenz in Pflegeeinrichtungen: ab 15. September fördert das Land die Teilnahme von Beschäftigten stationärer Pflegeeinrichtung an einem Kurs zur Begleitung sterbender Menschen in Pflegeheimen mit bis zu 1.000 Euro.
  • Förderung der Trauerbegleitung in Baden-Württemberg: ab 15. September fördert das Land die Teilnahme an Weiterbildungskursen in der Trauerbegleitung mit bis zu 700 Euro
  • Palliative Care BW: Förderung stationärer Hospize in Baden-Württemberg: Vom 1. Juni 2018 bis zum 31. Oktober 2019 fördert das Land für jeden neu entstehenden Hospizplatz investive Maßnahmen mit bis zu 10.000 Euro.
  • Hospiz- und Palliativ-Informationsportal für Baden-Württemberg: Bis Ende 2018 wird der Internetauftritt des Hospiz- und Palliativverbands Baden-Württemberg um ein landesweites, umfassendes Informationsportal erweitert.
  • Qualifizierung durch Hospitation im Kinder- und Jugendhospiz Stuttgart:Von August 2018 bis Ende 2019 können Mitarbeiter mobiler Hospizdienste aus Baden-Württemberg für zwei Wochen im stationären Kinder- und Jugendhospiz Stuttgart hospitieren. Ziel ist eine Verbesserung der sektorenübergreifenden Zusammenarbeit sowie der Wissens- und Erfahrungsaustausch.
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