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16. Jul 2018 | Pflege und Politik

Heime sollen auf Gewinn verzichten

In einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (F.A.S.) hat Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) Heime aufgefordert, zugunsten der Betreuung auf Gewinn zu verzichten.

Mit ihrer Aussage dürfte die Bundesfamilienministerin bei Trägern nicht gerade auf Zustimmung stoßen. Foto: SPD Berlin/ Joachim Gern

Die geplante Pflegereform werde "nicht einfach, weil man dabei auch Pfründe antasten muss", sagte die Ministerin. "Zum Beispiel, weil für die Betreiber von manchen Pflegeheimen weniger Gewinn übrigbleibt", wird Giffey zitiert. Die Pflege müsse der Gesellschaft etwas wert sein. "Das wird auch etwas kosten. Da brauchen wir nicht drum herum zu reden."

Die SPD-Politikerin sagte außerdem, die Regierung wolle die Situation in der Pflege verbessern: "Ich hoffe, junge Menschen sagen in zehn Jahren: Das ist ein cooler Job – spannende Aufgaben, gutes Einkommen, faire Arbeitsbedingungen und die Zeit, sich wirklich Menschen zu widmen."

Den Plänen von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), für die Pflege vermehrt Fachkräfte aus dem Ausland zu gewinnen, steht Giffey laut Interview skeptisch gegenüber. Ihr Fokus liege im Inland. "Wir müssen sehen, wie wir unsere eigenen Potentiale heben. Wir müssen auch bei den Migranten schauen, die schon im Land sind – mit Fortbildung, mit einer besseren Anerkennung von Berufsabschlüssen", sagte die Familienministerin der F.A.S.

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2 Kommentare

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Unbekannter Nutzer

19. Jul 2018

Diese Äußerungen von Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) zeigen mir, wie komplex und vielschichtig die Altenpflege im Laufe der Jahre geworden ist. Es ist nicht leicht, sich schnell zu äußern. Wer keine Überschüsse erwirtschaften soll, hat auch keine finanziellen Mittel, auf unvorhergesehene Ereignisse zu reagieren. Frau Giffey will sicher nicht zurück zum Kostendeckungsprinzip. Das müsste es ja dann konsequenterweise geben. Solange es Unternehmen in der Altenpflege gibt, die aufgrund der strikten Sparpolitik nicht in der Lage sind, den tariflich vereinbarten Lohn zu zahlen, scheint mir die Gefahr von überschäumenden Gewinnen bei den Heimbetreibern nicht zu groß zu sein. Man muss wohl etwas differenzierter hinsehen. Im Augenblick besprechen wir vor allem, wie unzureichend die Bedingungen in der Pflege sind. Ich wünsche mir seitens der Spitzenpolitik Gespräche und Diskussionen, die aufzeigen, wie es werden soll. Ich wünsche mir ein optimistisches Bild, dass Schüler*innen erreicht und sie anstiftet, sich einem Beruf zuzuwenden, der wertvoll, hilfreich und ein Berufsleben lang erfüllbar ist.

Unbekannter Nutzer

17. Jul 2018

Sehr geehrte Frau Giffey, bevor die Pflegeheime auf Ihren Gewinn verzichten, müssen sie den Pflegeheimen erst einmal einen Gewinnzuschlag zugestehen. Mir ist bis jetzt keine Pflegesatzkalkulation und keine Pflegesatzverhandlung bekannt, wo ein Gewinnzuschlag offiziell berücksichtigt wird. Ein Gewinnzuschlag wird vielleicht unausgesprochen in den Personalkosten versteckt; so ist jedenfalls mein Eindruck. Das Verfahren der Pflegesatzverhandlung ist insgesamt sehr intransparent. Wo Denken Sie den, dass die Investitionen für die vielen benötigten Pflegeplätze herkommen? Viele Betreiber setzen hier Ihr privates Kapital unter dem Risiko des Totalverlustes ein. Es braucht vernünftige und bundeseinheitliche Rahmenbedingungen. Aber die Politik überlässt es lieber 16 Bundesländern eigenen Wege zu gehen. Jedes andere Unternehmen, das so geführt würde, wäre schon lange Pleite.

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