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27. Apr 2020 | Management

Der gute Tipp: Mini-Pausen für den Kopf

In der Corona-Krise arbeiten Pflegekräfte vielfach über ihre physischen und psychischen Belastungsgrenzen hinaus. Psychologin Dr. Dina Loffing gibt Tipps, wie Sie auf sich achten können. Heute: Achtsamkeit in den Alltag bringen.

Ruhepausen braucht unser Kopf aktuell mehr denn je. Foto: mkuhpunkt/AdobeStock.

Schon seit Jahrtausenden versuchen sich Menschen in unterschiedlichen Formen von Achtsamkeit. Kleine Achtsamkeitsübungen ebenso wie die 20-minütige Meditation am Abend sind als wirkungsvolle Methoden zur Stressreduktion und Selbstführung anerkannt. Stille ist immer echt und Selbstreflexion etwas höchst Produktives. Wir können Veränderungen im Denken und Handeln nur dann hervorrufen, wenn wir uns selbst bewusst wahrnehmen. Da wir davon ausgehen können, dass wir den Großteil unseres Lebens unbewusst verbringen (wir denken, reden und handeln in Gewohnheitsschleifen), müssen wir unser Hamsterrad des Alltags ganz bewusst unterbrechen, um unser Bewusstsein zu aktivieren. Nur so können wir einen kühlen Kopf bewahren und Entscheidungen treffen. Insbesondere in Belastungssituationen verhindern die Stress-Hormone, dass wir klar denken können. Um das Bewusstsein wieder zu aktivieren, können diese 5 Schritte helfen:

  • Innehalten
  • Atmen
  • Wahrnehmen (Was ist gerade? / Wie geht es mir? / Was brauche ich jetzt? / Was will ich wirklich?)
  • Nachdenken
  • Reagieren

Niemand kann ad hoc klare, souveräne Entscheidungen fällen und sich dabei voll unter Kontrolle haben. Unsere vorschnellen und häufig zerstörerischen Bewertungen sind dabei keine Hilfe. Wir alle brauchen dafür unser Bewusstsein. Und dies müssen wir aktiv einschalten. Der Gewinn bewusst praktizierter Achtsamkeit ist echte Präsenz, ein bewusstes Ausrichten der Aufmerksamkeit und ein sich steigerndes Maß an Gelassenheit.

Ruhepausen braucht unser Kopf aktuell mehr denn je. Kultivieren Sie Ihre eigenen Rituale, Pausen und Gewohnheiten, die Ihnen im Alltag helfen, immer wieder inne zu halten. Dies können Sie für sich oder zusammen mit Ihrem Team tun. Vielleicht erklingt alle drei Stunden bei allen von Ihnen ein Signal, dass bedeutet, kurz inne zu halten, im wahrsten Sinne stehen zu bleiben und sich bewusst zu werden. Vielleicht starten Sie Ihre Übergabe oder Teamsitzung mit einer drei-minütigen Meditation. Bieten Sie eine Fortbildung dazu an. Vielleicht atmen Sie bei jeder Händedesinfektion bewusst tief ein und aus. Halten Sie an jeder Türklinke, die Sie fassen, kurz inne und werden sich bewusst, wo (und wer) Sie gerade sind. Schenken Sie sich bei jedem Händewaschen ein Lächeln im Spiegel. Vielleicht schreiben Sie sich auch jeden Abend drei Dinge auf, für die Sie sich an diesem Tag bedanken möchten.

Wirklich klar werden können wir nur, wenn wir still werden. Und dafür reicht ein Moment. Gönnen Sie Ihrem Kopf die wohl verdienten Pausen! Kultivieren Sie eine Gewohnheit. Ein festes Ritual, gerne auch ein im Alltag verankertes Symbol, welches uns daran erinnert, hat den potenziell größten Effekt.

Die Autorin ist Dipl.-Psychologin, Social MBA, Krankenschwester und Fachbuchautorin. www.drdinaloffing.de

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