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18. Mai 2020 | Management

Der gute Tipp: die Kunst klarer Kommunikation

In der Corona-Krise arbeiten Pflegekräfte vielfach über ihre physischen und psychischen Belastungsgrenzen hinaus. Psychologin Dr. Dina Loffing gibt Tipps, wie Sie auf sich achten können. Heute: Erst verstehen, dann verstanden werden – die Kunst klarer Kommunikation

Für eine Führungskraft ist die Relevanz, verstanden zu werden, riesig. Foto contrastwerkstatt/AdobeStock

Die meisten Menschen denken, sie sind gute Zuhörer. Doch mit welcher Absicht hören sie zu? Bereiten wir in den meisten Fällen nicht schon unsere eigenen Gedanken, Meinungen und Bewertungen vor, während wir vermeintlich zuhören? Wenn Sie ehrlich sind: Hören Sie zu, um zu antworten oder hören Sie zu, um zu verstehen…?
Missverständnisse in der Kommunikation sind die Regel. Je anspruchsvoller jedoch eine Situation, umso relevanter werden klare, unmissverständliche Aussagen.

Dazu muss ich als Sender zunächst für mich klar sein:

  • Weiß ich genau, was ich will und was ich nicht will?
  • Weiß ich genau, an wen ich mein Wort richten will und warum?
  • Bin ich mir sicher, dass ich darf, was ich will?

Sie werden mit allem, was Sie sagen, nur so klar wahrgenommen, wie Sie selber sind. Nehmen Sie sich die Zeit, die sie brauchen, um inhaltlich klar zu werden. Zudem sollten Sie sich bewusst machen, ob Sie in einen Dialog treten wollen (was haben die anderen für eine Meinung dazu, was können wir gemeinsam für eine Lösung entwickeln…) oder Sie im Monolog eine Aussage treffen wollen, die Bestand hat und nicht zu diskutieren ist. Aus der Redekunst (Rhetorik) sind die "4 K‘s" bekannt, die uns helfen, klar zu kommunizieren:

  1. Kurz (wenige, kurze Sätze)
  2. Klar (keine Schachtelsätze oder Füllwörter)
  3. Konkret (was genau meine ich)
  4. Kontaktbezogen (ansprechen und -sehen, wen ich meine)

Für eine Führungskraft ist die Relevanz, verstanden zu werden, riesig. Allerdings folgen wir nur Menschen, zu denen wir eine Beziehung haben. Der Beziehungskredit beschreibt, dass sich zwei Menschen entweder über Störgefühle hin zu einer konfliktbehafteten Kommunikation entwickeln (negative Seite) oder über ein vorsichtiges Ausprobieren ein Vertrauensverhältnis entwickeln (positive Seite). Menschen bauen zu anderen Menschen Vertrauen auf, wenn sie sich verstanden fühlen.

Durch einfühlendes Zuhören, das heißt, dass Sie Ihr Gegenüber vollkommen zu verstehen versuchen, bauen Sie dieses auf. Bemühen Sie sich, sich in seine Haut zu versetzen. Versuchen Sie, seine Bedürfnisse und Gedanken in eigene Worte zu fassen. Lassen Sie Ihre eigenen Gedanken für diese Zeit außen vor. Alle Zeit und Anstrengung, die Sie in den Beziehungsaufbau und das wirkliche Verstehen Ihrer Kollegen und Mitarbeiter investieren, wird sich im verstanden werden, von dem, was Ihnen wichtig ist, bezahlt machen.

Die Autorin ist Dipl.-Psychologin, Social MBA, Krankenschwester und Fachbuchautorin.  drdinaloffing.de

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