Created with Sketch.

29. Okt 2018 | News

Berufsbetreuer fordern bessere Bezahlung

Der Bundesverband der Berufsbetreuer appelliert an die Bundesregierung, rasch Reformen im Betreuungssystem umzusetzen und den Beruf zu professionalisieren. Die Arbeit werde nicht leistungsgerecht vergütet und Betreuungsvereine würden nicht ausreichend durch Zuschüsse der Länder unterstützt, heißt es in einem Gastbeitrag.

Wenn ein Mensch nicht mehr in der Lage ist, seine Angelegenheiten selber zu managen, dann kann ihm ein Gericht einen Betreuer zur Seite stellen. Foto: AdobeStock/rainbow33

"Unsere Arbeit wird nicht leistungsgerecht vergütet. Eine Erhöhung der Stundensätze hat es zuletzt vor 13 Jahren gegeben", schreibt Verbandsvorsitzender Thorsten Becker in einem Gastbeitrag für den Fachdienst "epd sozial". Die Folge seien "Qualitätsdefizite, die auch wissenschaftlich erwiesen sind". Dringend benötigter Nachwuchs für diesen Beruf lasse sich unter solchen Umständen kaum rekrutieren, betont der Diplom-Pädagoge.

Becker verweist darauf, wie wichtig ein funktionierendes Betreuungswesen ist. "Wenn ein Mensch nicht mehr in der Lage ist, seine Angelegenheiten selber zu managen, dann kann ihm ein Gericht einen Betreuer zur Seite stellen." Dessen Aufgabe sei es, die Rechte des Klienten zu wahren, seine Handlungsfähigkeit zu sichern und für Teilhabe an der Gesellschaft zu sorgen.

Der Betreuungsaufwand sei oft immens, so Becker. "Doch Berufsbetreuer können nur durchschnittlich 3,3 Stunden pro Klient und Monat abrechnen, zu maximal 44 Euro pro Stunde, sofern eine verwertbare akademische Ausbildung vorliegt." Um das System kurzfristig zu sichern, fordert der Fachmann, die Zahl der vergüteten Stunden an die tatsächlich geleistete Arbeit anzupassen und von durchschnittlich 3,3 auf 4,1 anzuheben. Außerdem warb er dafür, die Sätze in der obersten Stufe von 44 Euro auf 55 Euro pro Stunde anzuheben.

Auch die Betreuungsvereine hätten massive Probleme. Die Zuschüsse der Länder reichten bei weitem nicht aus, um die Kosten zu tragen. Sie müssten ihre Rücklagen aufbrauchen und könnten Mitarbeiter nur unter Tarif bezahlen. Ohne eine Verbesserung der Rahmenbedingungen blieben die Menschen auf der Strecke, "die auf unsere Unterstützung angewiesen sind, um ein selbstbestimmtes Leben führen zu können. Hier tickt eine soziale Zeitbombe", warnt Becker

Die nationale Corona-Teststrategie

Bücher

Die nationale Corona-Teststrategie

Wie ist die aktuelle Coronavirus-Testverordnung in den Pflegeeinrichtungen umzusetzen? Wer ist von wem zu testen? Stehen Tests zur Wahl oder sind sie Pflicht? Wie ist ein Testkonzept zu entwickeln? Professor Ronald Richter, der Jurist mit dem speziellen Blick auf die Altenhilfe, unterstützt hier das Management in Pflegeeinrichtungen. Er erläutert die rechtlichen Zusammenhänge für eine hauseigene Teststrategie und zeigt, wie konkrete Lösungen in die Praxis umzusetzen sind. So vermittelt er mit diesem Ratgeber Sicherheit und stellt beispielhaft ambulante, teil- und vollstationäre Testkonzepte vor. Mit Checklisten und Musterschreiben.

Tags

Das könnte Sie auch interessieren!

0 Kommentare

Sie sind aktuell nicht eingeloggt.

Um einen Kommentar zu verfassen, melden Sie ich bitte an.

Login
Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Ok