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16. Aug 2022 | Demenz

Demenz: Mehr Erkrankte unter 65 Jahren als bisher angenommen

Nach neuesten Berechnungen leben in Deutschland derzeit rund 1,8 Millionen Menschen mit einer Demenzerkrankung. Die meisten von ihnen sind von der Alzheimer-Krankheit betroffen. Auch in der Altersgruppe der Menschen unter 65 Jahre seien viele Menschen von einer Demenz betroffen, so die Deutsche Alzheimer Gesellschaft. Sie verweist auf neue Erhebungen auf Grundlage verbesserter Diagnostik, wonach derzeit in Deutschland mehr als 100.000 Menschen unter 65 Jahren leben, die an einer Demenz erkrankt sind.

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Aufgrund verbesserter Diagnostik werden Demenzerkrankungen zunehmend auch bei Menschen unter 65 Jahren erkannt.
Foto: AdobeStock

Im Laufe des Jahres 2021 sind etwa 440.000 Menschen neu an einer Demenz erkrankt. Infolge der demografischen Veränderungen kommt es zu weitaus mehr Neuerkrankungen als zu Sterbefällen unter den bereits Erkrankten. Aus diesem Grund nimmt die Zahl der Demenzerkrankten kontinuierlich zu. Je nachdem, wie sich die Altersstruktur der Bevölkerung insgesamt entwickelt, wird sich die Zahl der Menschen mit Demenz über 65 Jahren bis zum Jahr 2050 auf 2,4 bis 2,8 Millionen erhöhen.

Alle zwei Jahre aktualisiert die Deutsche Alzheimer Gesellschaft (DAlzG) ihr Informationsblatt zur Häufigkeit von Demenzerkrankungen in Deutschland. In diesem Jahr haben Prof. Dr. René Thyrian und Dr. Iris Blotenberg vom Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) auf der Basis aktueller Bevölkerungsdaten die wichtigsten Zahlen zu Demenzerkrankungen berechnet. Das Informationsblatt steht auf der Internetseite der DAlzG zum kostenlosen Download zur Verfügung.

Demenz betrifft auch viele Menschen unter 65 Jahren

2021 hat die Weltgesundheitsorganisation neue Studien zum Auftreten von Demenzerkrankungen in unterschiedlichen Altersgruppen veröffentlicht. Nun liegen erstmals genauere Schätzungen zu den Erkrankten im Alter von unter 65 Jahren vor. Demnach sei davon auszugehen, dass in Deutschland derzeit mehr als 100.000 Menschen unter 65 Jahren leben, die an einer Demenz erkrankt sind, so die DAlzG. „Die Ursache dafür, dass diese Zahl deutlich höher ist, als in früheren Veröffentlichungen, liegt vor allem darin, dass sich die Diagnostik in den letzten Jahren deutlich verbessert hat“, sagt Prof. Dr. Thyrian, Vorstandsmitglied der DAlzG. „Erst jetzt werden Demenzen auch bei jüngeren Menschen regelmäßig auch als solche erkannt, während früher sehr häufig andere Erkrankungen wie Depressionen diagnostiziert wurden. Von einem tatsächlichen Anstieg der Erkrankungshäufigkeit in diesem Alter ist aber nicht auszugehen“, so Thyrian weiter.

Angebote für junge Erkrankte werden benötigt

Monika Kaus, 1. Vorsitzende der DAlzG, betont: „Diese neuen Zahlen machen den Bedarf an Unterstützung für jüngere Menschen mit Demenz und ihre Familien noch einmal drängender. Wenn Menschen unter 65 an einer Demenz erkranken, stehen sie meist noch im Beruf und haben oftmals noch Kinder in Schule oder Ausbildung. Konzepte, wie Berufstätigkeit ggf. auch mit der beginnenden Demenz fortgeführt werden kann, fehlen ebenso wie für diese Altersgruppe passende Betreuungsangebote oder Pflegeeinrichtungen. Aus der Beratung kennen wir diese Problematik schon lange, nun wird es Zeit, dass auch von politischer Seite darauf reagiert wird.“  

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1 Kommentare

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ProSenioren1

13. Sep 2022

Wieder eine spektakuläre? Schlagzeile der Deutschen Alzheimer Gesellschaft ..DEMENZ : mehr Erkrankte unter 65 JAhren als bisher angenommen...?? Zweckpessimismus der DAlzG zur Erhaltung der Existenzberechtigung ? oder gar auch Schürung der allgmeinen Panikmache ? Fest steht doch wenn Ärzte z.B. ohne Wissen der Patienten, FEHLDiagnose DEMENZ stellen nur um zusätzlich Kasse zu machen so kann dies auch zu solchen FehlDiagnosen bei angeblich steigenden Demenzerkrankungne führen. Die Alzheimer Gesellschaft operiert dann " unwissentlich " mit getürkten Zahlen die mit großen Fragezeichen versehen werden müssten ! Bei Abrechnungen über " angeblich" erbrachte Arztleistungen für die einzelnen Patienten kann jeder gesetzlich Zwangsversicherte Überraschungen erleben. Die Krankheiten werden in 22 Hauptkategorien unterteilt...Krankheiten haben Diagnoseschlüssel u.Buchstaben und Zahlen. Jeder Patient hat ein gesetzliches Recht diese Abrechungen zu erhalten; nutzt aber sehr wenig da die Diagnosen vershclüsselt sind und nur mit "Fachkenntnissen " entschlüsselt werden können.. an sich ein grenzenloser Skandal...OHNE Beispiel... Fachrätsel was ist F70-F 79 ICD-10-WHO + ICD -10-GM . So schützen sich Ärzte vor der Aufdeckung von Abrechnungsbetrug im großen Stil, zu Lasten der Zwangsversicherten... TOLL...TOLL.. NICHT überall wo DEMENZ drauf steht, oder abgerechnet wird , ist Diagnose DEMENZ zutreffend.... PROSeniorenPAKT

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