Created with Sketch.

08. Aug 2022 | News

Bayerns Gesundheitsminister für Springerkonzepte statt Leiharbeit

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek will den Einsatz von sogenannten Springern in der Langzeitpflege etablieren, die bei kurzfristigen Personalengpässen zum Einsatz kommen. Im Gegenzug sollen Leiharbeitskräfte auch künftig die Ausnahme bleiben.

Arbeitgeber seien gefordert, etwa über eine verlässliche Dienstplangestaltung ihrer Stammbelegschaft dieselbe Sicherheit für ein freies Wochenende zu geben wie Leiharbeitskräften (Symbolfoto), sagt Landesgesundheitsminister Klaus Holetschek.
Foto: Werner Krüper

Um qualifizierte Fachkräfte zu gewinnen und attraktivere Rahmenbedingungen zu schaffen, brauche es  beispielsweise bessere Dienstplanmodelle und verlässliche Arbeitszeiten, so der CSU-Politiker. Er  unterstütze neue Ansätze, „die auf Springermodelle setzen, egal ob einzelne Springerkräfte bzw. -dienste oder einrichtungseigene oder einrichtungsübergreifende Springerpools. Denn klar ist: Leiharbeitskräfte können zwar eine Ergänzung, aber keine Dauerlösung sein.“

Neben einer angemessenen Bezahlung sei auch Verlässlichkeit beim Dienstplan ein wesentlicher Beitrag, den Pflegeberuf attraktiver zu gestalten. Er sei überzeugt, so Holetschek, „dass Springerkonzepte dem Einsatz von Leiharbeitskräften überlegen sind – langfristig auch wirtschaftlich. Die Springerkräfte kennen die Einrichtungen und sind daher für die Kolleginnen und Kollegen viel entlastender und für die Versorgung der Pflegebedürftigen hilfreicher als Leiharbeitskräfte.“

Der Minister verwies auf Ergebnisse eines Projekts der Diakonie Bayern für den Bereich der Langzeitpflege. Diese zeigten: „Wurden Springerkonzepte entwickelt, sanken die Krankmeldungen und Überstunden erheblich, während die Arbeitszufriedenheit stieg. In einem guten Arbeitsumfeld bleiben Pflegekräfte gern länger. Denn klar ist: Das ständige Einspringen für Kolleginnen und Kollegen, obwohl man eigentlich frei hätte, sorgt für große Unzufriedenheit und macht auf Dauer krank.“

Holetschek: Arbeitgeber sind gefordert

Der Einsatz von Leiharbeitskräften, die kurzfristig zur Verfügung stehen, werde in der Praxis wohl nie ganz zu vermeiden sein, räumt Holetschek ein. Aber diese „Zweiteilung in der Mitarbeiterschaft“ sei keine ideale Lösung. Holetschek: „Ich halte es für eine Fehlentwicklung, wenn Pflegekräfte in die Leiharbeit wechseln. Darauf müssen wir reagieren, genau hinschauen, die Gründe benennen und Verbesserungen herbeiführen. Die teils unterschiedlichen Rahmenbedingungen sind es ja gerade, die auch in der Krankenpflege immer mehr hochqualifizierte Pflegekräfte dazu veranlassen, in die Leiharbeit zu wechseln. Dem müssen wir gegensteuern. Die Arbeitgeber sind daher gefordert, etwa über eine verlässliche Dienstplangestaltung ihrer Stammbelegschaft dieselbe Sicherheit für ein freies Wochenende zu geben wie Leiharbeitskräften. Und die Tarifvertragsparteien haben es in der Hand, Unterschiede in der Vergütung und den Arbeitsbedingungen aufzugreifen und die Situation der Stammbelegschaft weiter zu verbessern. Die Tendenz zur Leiharbeit muss gestoppt werden. Nicht mit dem erhobenen Zeigefinger und durch Verbote, sondern dadurch, dass den Gründen für einen Wechsel in die Leiharbeit der Boden entzogen wird.“ Holetschek kündigt an, sich für gute, innovative Lösungen einzusetzen und auch in länderübergreifenden Gremien das Thema Springerkonzepte immer wieder zur Sprache bringen.

Freiwilligen-Management

Bücher

Freiwilligen-Management

In vielen Einrichtungen kann und will man nicht auf freiwilliges Engagement verzichten. Umso wichtiger ist, die Motivation ehrenamtlicher Helfer zu stärken und zu würdigen. Sie in ihrer Tätigkeit zu unterstützen und verlässlich in den Heimalltag einzubinden. Wie dies gelingt, beschreibt Kornelia Ehm-Widmann. In vielen Praxisbeispielen greift sie auf Erfahrungen als Einrichtungsleiterin und Referentin zum Thema „Freiwilligenarbeit“ zurück. Heim- und Pflegedienstleitungen profitieren so von praxiserprobten Konzepten. Die Themenpalette des Leitfadens reicht von den Grundlagen gelingender Ehrenamtsarbeit über die Bedeutung der Zusammenarbeit von Haupt- und Ehrenamtlichen bis zu systematisierten Prozessen im Freiwilligen-Management. Profitieren auch Sie von gut geschulten und eingebundenen Helfern: Ihre Bewohner sind zufriedener, genießen mehr individuelle Zuwendung. Die Wirkung Ihrer Einrichtung in das Umfeld, die Sicht von außen verbessert sich.

Das könnte Sie auch interessieren!

0 Kommentare

Sie sind aktuell nicht eingeloggt.

Um einen Kommentar zu verfassen, melden Sie ich bitte an.

Login
Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Ok