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23. Jun 2022 | News

Lauterbach: Privatisierung von Pflegeeinrichtungen war falsch

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hält die Privatisierung von Pflegeeinrichtungen im Nachhinein für einen Fehler. So äußerte er sich aktuell im Rahmen einer Fernsehsendung. 
Lauterbach_BMG_Thomas Ecke
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hält die Privatisierung von Pflegeheimen für falsch.
Foto: BMG Thomas Ecke

"Rückblickend hätte ich es richtig gefunden, wenn die Pflege einfach eine kommunale Aufgabe geblieben wäre", sagte der SPD-Politiker im Gespräch mit dem Journalisten Günter Wallraff für das RTL-Format "Team Wallraff - Jetzt erst recht!". Momentan sehe er aber keine rechtliche Möglichkeit, dies durchzusetzen: "Die privaten Investoren können nicht einfach enteignet werden. Das ist rechtlich so nicht machbar."

"Wir wissen gar nicht genau, wem gehören diese Pflegeeinrichtungen überhaupt, wer macht mit diesen Pflegeeinrichtungen überhaupt im Moment Gewinn", bemängelte Lauterbach. Ziel müsse es nun sein, am Ende der Pflege anzusetzen, damit «die Qualität der Pflege überall gleich gut ist - egal wem die Einrichtung gehört".  (dpa)

 

Erst kürzlich hatte sich Lauterbach mit dem Bündnis Digitalisierung in der Pflege getroffen.

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4 Kommentare

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Unbekannter Nutzer

24. Jun 2022

Ganz schlimm, wie Herr Lauterbach sich von einem "Revolverjournalismus" a la Wallraff vor den Karren spannen lässt. Dabei müsste es der "Medienminister" doch eigentlich besser wissen: Seine Denke von Vorgestern wird nicht eines der von Wallraff effekthascherisch aufgedeckten Probleme einer Branche lösen, die seit Einführung der Pflegeversicherung 1995 zu einer der staatlich überreguliertesten - und geprüftesten - zählt. Der Medien-Minister sollte der Öffentlichkeit besser mal erklären, wie er den seit Jahren bestehenden Investitionsstau in der Pflege im Hinblick auf die langsam alt werdende Babyboomer-Generation i.V.m. dem sich zunehmend verschärfenden Personalmangel angehen will ...

Unbekannter Nutzer

23. Jun 2022

Es ist doch schon erstaunlich, wie schnell Herr Lauterbach seine Meinung ändern kann. Sind das die Folgen einer Coronaerkrankung oder ist das einfach nur Heuchelei? „Private Investitionen und private Anbieter sind auch in der Pflege wichtig. Ohne sie könnten wir die pflegerische Versorgung nicht sicherstellen“, so Prof. Lauterbach. „Für eine gute Pflegeinfrastruktur ist das unternehmerische Engagement privater Träger unverzichtbar.“ https://www.saarbruecker-zeitung.de/pr/presseportal/ch-in-den-einrichtungen-wird-tagtaeglich-grossartiges-geleistet-bundesgesundheitsminister-unterstreicht-im-aktuellen-bpa-magazin-seine-plaene-fuer-die-einrichtungsbezogene-impfpflicht_aid-66684345 https://www.bpa.de/Aktuelles.112.0.html?&no_cache=1&tx_ttnews[tt_news]=9105

Frustrierter

23. Jun 2022

Ja, ja die bösen privaten Träger. Bei den Kommunen ist ja alles so toll. Das sieht man ja täglich. Brücken die nicht mehr befahren werden dürfen. Schulen auf denen die Schüler nicht die Toilette besuchen können. Dazu die unglaublich aufopfernde Leistungsbereitschaft der Mitarbeiter im öffentlichen Dienst. Ich kann mir schon richtig vorstellen wie schön das wäre. Mitarbeiter haben keine Ansprechpartner, weil die leitenden Angestellten im Dauer-Burnout sind. Mit Mitte 50 sind sowieso alle im Vorruhestand. Angehörige werden abwechselnd eingeteilt um die Wohnbereiche zu schrubben. Neubauten, sofern es die überhaupt noch geben sollte, werden selbstverständlich mind. 3x so teuer wie vorher geplant. Herrliche Aussichten

thozab1

23. Jun 2022

Kritische Auseinandersetzung mit dem sensiblen Thema Versorgungstrukturen auch im Alter sind sicherlich sehr sinnvoll. Es überrascht mich jedoch sehr, dass Herr Lauterbach augenscheinlich per se die Versorgung in er Altenhilfe durch kommunale Träger als betriebswirtschaftlich sinnvoller ansieht. Stehen denn nicht gerade kommunale Betriebe immer wieder im Fokus der Öffentlichkeit, wenn es um den Umgang mit Finanzen geht? M.E. ist es nicht eine Frage der Trägerschaft, sondern des Umgangs mit den Ressourcen, die einer sozialen Dienstleistung zu Grunde liegen. Es macht Sinn sich mit der Frage der Verwendung von /teil-)öffentlichen Geldern und den privaten Zuzahlungen der Betroffenen zu beschäftigen. Die bessere Lösung der Betreuung und Pflege nur durch kommunale Betrieb zu erreichen ist sicherlich nicht gegeben. Die soziale Marktwirtschaft im Sinne einer sozialdemokratisch-orientierten (nicht "schröderisierten") Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik bezieht gerade privates Unternehmertum mit ein und das ist gut so.

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