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01. Jun 2022 | Recht

Verdi kritisiert Pläne der katholischen Kirche zum Arbeitsrecht

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (verdi) kritisiert Pläne der katholischen Kirche zum Arbeitsrecht als verpasste Chance zur Erneuerung und fordert gleiche Rechte für Kirchenbeschäftigte. "Die Sonderrechte, die der Staat den kirchlichen Arbeitgebern zubilligt, gehören abgeschafft“, so Sylvia Bühler, Mitglied im verdi-Bundesvorstand.
Verdi-Vorständin Sylvia Bühler
„Das kirchliche Arbeitsrecht ist längst nicht mehr zeitgemäß", meint Sylvia Bühler, Mitglied im ver.di-Bundesvorstand.
Foto: Kay Herschelmann

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (verdi) übt deutliche Kritik am Entwurf für eine neue Grundordnung der katholischen Kirche, der am 31.5.022 veröffentlicht wurde. „Der Entwurf bleibt weit hinter dem zurück, was dringend erforderlich wäre, um den rund 700.000 Beschäftigten allein bei der Caritas endlich umfassende Rechte einzuräumen. Die Arbeit von beispielsweise Altenpflegekräften bei der katholischen Kirche und der Caritas unterscheide sich nicht von der Arbeit bei staatlichen Trägern oder weltlichen Wohlfahrtsverbänden. "Die Sonderrechte, die der Staat den kirchlichen Arbeitgebern zubilligt, gehören abgeschafft“, so Sylvia Bühler, Mitglied im verdi-Bundesvorstand, in einer Pressemitteilung.

„Wir schreiben das Jahr 2022 und die Kirchenspitze will fundamentale Rechte der Beschäftigten offenbar noch immer nicht respektieren.“ Die Aushandlung von Tarifverträgen auf Augenhöhe sei weiterhin nicht vorgesehen und auch das Grundrecht auf Streik werde den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern abgesprochen.
„Das kirchliche Arbeitsrecht ist längst nicht mehr zeitgemäß. Doch statt eine Modernisierung einzuleiten, beharren die Verantwortlichen auf dem arbeitsrechtlichen Sonderweg und missbrauchen diesen sogar noch aus egoistischen Motiven“, so Bühler weiter. Noch sehr präsent sei die Blockade eines flächendeckenden Tarifvertrags für die Altenpflege durch die Arbeitgeber der Caritas. „Damit haben sich diese zum Steigbügelhalter kommerzieller Konzerne gemacht, deren Geschäftsmodell auf Niedriglöhnen und schlechten Arbeitsbedingungen basiert.“

Auch als Reaktion darauf haben SPD, Grüne und FDP die Anpassung des kirchlichen an das staatliche Arbeitsrecht erstmals im Koalitionsvertrag zum Thema gemacht. „Ich kann den Kirchen nur raten, endlich selbst echte Reformen zu beschließen, solange sie das Heft des Handelns noch in der Hand haben“, sagte Bühler. Dazu gehöre die Abkehr vom sogenannten Dritten Weg, bei dem Löhne und Arbeitsbedingungen ohne Transparenz und ohne aktive Beteiligung der Beschäftigten in kircheninternen Arbeitsrechtlichen Kommissionen festgelegt werden. Die Alternative dazu seien zwischen Gewerkschaft und Arbeitgebern auf Augenhöhe ausgehandelte Tarifverträge – inklusive der Möglichkeit, den eigenen Forderungen in Arbeitskämpfen Nachdruck zu verleihen. „Dass das auch in kirchlichen Einrichtungen gut funktioniert, zeigen Beispiele aus der Diakonie oder der evangelischen Kirche in Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Hamburg, Hessen, Baden-Württemberg und anderswo. Diesen Weg in die Zukunft sollte auch die katholische Kirche endlich beschreiten", so Bühler.

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1 Kommentare

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15. Jul 2022

Beitrag : Verdi kritisiert Pläne der katholischen Kirche zum Arbeitsrecht ! Frau Bühler drückt dies charmant aus..." Entwurf der Katholischen Kirche bleibe weit hinter dem zurück, was dringend erforderlich wäre...den rund 700 000 Beschäftigten der Caritas Mindestrechte einzuräumen. Klar und deutlich ausdrückt , die katholische Kirche behandelt die rund 700 00 Beschäftigten unwürdig, und wie Beschäftigte 2.Klasse. Dies ist nicht nur NICHT zeitgemäß sondern antichristlich und unsozial. Wenn es jedoch um die Verniedlichung und Vertuschung skandalöser Zustände innerhalb des Klerus geht ist die katholische Kirche höchst kreativ. Kaum ein katholischer Christ ist darüber informiert mit welch `lukrativen " Diäten " die katholischen Kirchenoberen wie von Elst in Regensburg ? das karge Dasein Fristen....auf Kosten der Zwangsbeitragszahler...ach ja Zwangs/ kirchensteuer heißt der Begriff...in Kooperation mit dem deutschen Staat ! Pfui.... Pfui Wenn Zahlen zutreffen erhält so ein Kirchenfürst monatlich ca. 8 000,00 EURO Diaten ( hat nichts mit Abnehmen zu tun ) Von solch` üppigen Diäten , ach ja Hungerlöhnen dürfen die ca. 700 000 Beschäftigten weiterhin NUR täumen... Warum gehen die Beschäftigten der Caritas nicht auf die Barrikaden....aus christlicher Nächstenliebe , oder ? Die Katholische Kirche behält lieber den Schulterschluss mit den z.T. internationalen Pflegekonzernen bei , die die deutsche Pflegekasse so gut es geht für Millionengewinne schamlos nutzen.... Ganz vorne dabei le Präsident Rainer Brüderle ( FDP ) Ein deutscher Spruch ...An der Quelle saß der (alte) Knabe.... na ja....

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