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18. Mai 2022 | News

Caritas fordert verbesserte Suizidprävention

Mehr als zwei Jahre nach dem wegweisenden Urteil des Bundesverfassungsgerichts, wonach jeder das Recht hat, selbstbestimmt zu sterben, auch mit Hilfe anderer, debattiert heute (18.5.) der Bundestag grundsätzlich über die Zukunft der Sterbehilfe in Deutschaland. Der Deutsche Caritas-Verband fordert in diesem Zusammenhang Regelungen, „die verlässlich verhindern, dass Angebote der Suizidassistenz Menschen unter Rechtfertigungsdruck setzen“.

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Caritas-Präsidentin Welskop-Deffaa stellt klar: "Für die Einrichtungen und die Beschäftigten in unseren Diensten ist wichtig zu bekräftigen: Niemand ist verpflichtet, an einem Suizid mitzuwirken."
Foto: Caritas Verband

„Die Abgeordneten erörtern heute im neuen Bundestag erneut die Frage, welche Konsequenzen sich aus dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Suizidhilfe vom Februar 2020 für den Gesetzgeber ergeben. Wir brauchen Regelungen, die verlässlich verhindern, dass Angebote der Suizidassistenz Menschen unter Rechtfertigungsdruck setzen. Weiter leben zu wollen bedarf keiner Begründung - ganz unabhängig davon, wie alt oder krank man ist“, sagt Caritas-Präsidentin Eva Maria Welskop-Deffaa zur heutigen Orientierungsdebatte zum assistierten Suizid. Schon heute sei die Zahl der Suizide bei Menschen über 65 erschreckend hoch, so die Caritas-Präsidentin. Suizid spiegele eine Realität der Verzweiflung, Vereinsamung gerade bei Männern über 90, die in unserer Leistungsgesellschaft keine Wertschätzung erlebten. Diese Realität dürfe nicht durch eine erleichterte Zugänglichkeit von Suizidhilfe banalisiert und verschärft werden. 

Die Caritas fordert verbesserte Suizidprävention – gerade auch für ältere Menschen. Ebenso unverzichtbar seien weitere Anstrengungen für einen bedarfsgerechten Ausbau der Hospiz- und Palliativversorgung und die Gewährleistung guter Betreuung durch ausreichend qualifiziertes Personal in der stationären und ambulanten Altenhilfe. „Für die Einrichtungen und die Beschäftigten in unseren Diensten ist wichtig zu bekräftigen: Niemand ist verpflichtet, an einem Suizid mitzuwirken. Dieser vom Bundesverfassungsgericht bestätigte Grundsatz gilt für natürliche Personen, aber auch für Träger von Einrichtungen und Diensten. Das Gesetz muss dies klarstellen. Die Pandemie-Erfahrung hat gelehrt: Wir brauchen eine soziale Infrastruktur mit Räumen für das Leben, in denen sich Menschen bis zuletzt in sorgenden Händen gut aufgehoben fühlen“, so Welskop-Deffaa.

Allgemeine Aussprache ab 15 Uhr im Bundestag

In der allgemeinen Aussprache heute ab 15 Uhr im Bundestag geht es noch nicht um konkrete parlamentarische Beratungen zu Gesetzentwürfen oder Anträgen. Für mögliche gesetzliche Regelungen haben mehrere Abgeordnetengruppen aber bereits fraktionsübergreifend Vorschläge vorgestellt. Aus dem Parlament wurden dazu bisher drei Initiativen vorgestellt, die teils noch in der vorigen Wahlperiode angegangen wurden:

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