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07. Apr 2022 | News

KDA: Arbeit ukrainischer Frauen in Pflege genau prüfen

Aus der Sicht des Kuratoriums Deutsche Altershilfe (KDA) sind aus der Ukraine geflüchtete Frauen kaum in der Lage, den Personalnotstand in der Pflege zu überwinden. Klar müsse sein, so der KDA-Vorstandsvorsitzende Helmut Kneppe: Menschen auf der Flucht seien nicht die Lösung des hiesigen Pflegeproblems.

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Der KDA-Vorstandsvorsitzende Helmut Kneppe sagt: "Auf gar keinen Fall darf es zu Situationen kommen, in denen das Schutzbedürfnis und die Situation der Geflüchteten ausgenutzt werden."
Foto: KDA

Die Frage, ob ukrainische Frauen hier Jobs in der Pflege übernehmen sollen, sei nicht unumstritten, sagte der KDA-Vorstandsvorsitzende Helmut Kneppe im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd). „Das klingt auf den ersten Blick naheliegend, verdient aber einen zweiten Blick“, so der einstige Kommunalbeamte.

Er verwies darauf, dass es bereits Anfragen betreuungsbedürftiger Menschen gebe, die eine Unterkunft für ukrainische Flüchtlinge gegen Pflegeleistungen anböten. „Der Gedanke, ukrainischen Pflegekräften, die zum Teil hochtraumatisiert sind, hier eine Arbeit anzubieten, hat einen gewichtigen ethischen Aspekt“, betonte Kneppe. Es müsse ganz klar sein: Menschen auf der Flucht seien nicht die Lösung unseres Pflegeproblems. „Hier geht es um die geflüchteten Menschen, es geht um Schutz und Hilfe. Auf gar keinen Fall darf es zu Situationen kommen, in denen das Schutzbedürfnis und die Situation der Geflüchteten ausgenutzt werden, oder auch nur Druck ausgeübt wird.“

Für das KDA stünden an erster Stelle Schutz, Hilfe und Unterstützung für die Kriegsflüchtlinge. „Besteht wirklich der Wunsch, hier zu bleiben und in der Pflege zu arbeiten, so sollte geschaut werden, welche Arbeit gewünscht wird oder geht es um einen Einwanderungswunsch“, erläuterte der KDA-Chef. Das sollte nur dann ermöglicht werden, wenn der Wunsch den persönlichen Hoffnungen und Planungen entspreche und kein Druck bestehe.

Kneppe verwies zudem auf die rechtlichen Bestimmungen für die Arbeitsaufnahme der Flüchtlinge in Deutschland. „Eigentlich müssen für die Anerkennung internationaler Schul- und Berufsabschlüsse die originalen Unterlagen den Behörden vorgelegt werden“, so der Vorsitzende. Doch sei das oft gar nicht möglich, weil die Papiere wegen der Flucht nicht vorlägen: „Zu prüfen ist, wie das Vorgehen ist, wenn geflüchtete Menschen die an sich zwingend notwendigen Unterlagen nicht beibringen können.“

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2 Kommentare

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17. Jul 2022

Kompliment an Commander....endlich klare Worte..( Ansprache ) KDA : Arbeit ukrainischer Frauen in der Pflege genau prüfen...Der KDA Vorstandsvorsitzende , wieder ein Vorstandsvorsitzender , einstmals Kommunalbeamter...sieht als einer der wenigen klar ..... durch Flucht / Krieg traumatisierte Frauen, geflüchtete ukrainische Männer gibt es wohl nicht ? sind doch wohl am wenigsten geeignet den katastrophalen Personalmangel in der Pflege abzumildern. Wer solche abstrusen Gedanken, nur im Ansatz hegt, dem ist wirklich NICHT mehr zu helfen... Dessen ungeachtet Krankheits/Gesundheitsminister Laumann aus NRW hat da eigene grandiose Ideen, einfach mal informieren. Mit 3000,00 € einer Art Fangprämie, will er Pflegefachkräfte aus dem Ausland nach NRW locken...Wohnungen besorgen, Wohnungseinrichtungen besorgen...alles zum NULLTARIF ,für die hoch qualifizierten ausländischen Pflegefachkräfte... Da scheinen sich offensichtlich Nebenwirkungen von Coronaerkrankungen massiv bemerkbar zu machen ? Millionen von deutschen Pflege/fachkräften geht zwischenzeitlich die Kraft aus... Wenige 100 Euro sollen endlich, als Anerkennung, einem BruchTeil der deutschen Pflegekräfte zugestanden werden... Wo bleiben die massiven Proteste der deutschen Pflegefachkräfte , wo ...? geht massenweise auf die Barrikaden.....zusammen mit den Pflegebedürftigen....JETZT .... JETZT...

Commander

12. Apr 2022

Sehr geehrter Herr Kneppe, Sie sprechen mir aus der Seele. Kaum war das Wort Flüchtlinge kommen aus der Ukraine ausgesprochen und dann auch noch Frauen, schon haben die Augen geleuchtet, der vielen Arbeitskräfte in der Altenpflege. Ohne Sinn und Verstand von einem Trauma in das nächste. Wo ist hier die viel zitierte und in allen Leitbildern manifestierte Empathie geblieben. liebe Kolleginnen und Kollegen. Hilfe sieht nun wirklich ganz anders aus.

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