Created with Sketch.

03. Mrz 2022 | News

Klimafolgen: AWO und KLUG beschließen Kooperation

Der AWO Bundesverband und die Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit (KLUG) werden ab sofort zusammenarbeiten. Beide Organisationen verstehen die Klimakrise als zentrales Thema für die Gesundheit der Menschen. Durch gemeinsame Projekte soll das Ziel der Klimaneutralität im Gesundheits- und Sozialsektor verfolgt werden, heißt es in einer Pressemitteilung. Ein Schwerpunkt liege auf dem Thema Hitzeschutz für vulnerable Bevölkerungsgruppen. Vor allem in den Pflegeeinrichtungen litten die Bewohner:innen, aber auch das Pflegepersonal massiv unter den heißen Temperaturen im Sommer, so die AWO. Die Zusammenarbeit mit KLUG solle dabei helfen, ein lokales Hitzeschutznetzwerk aufzubauen und Mitarbeiter:innen zu schulen, um auf den Ernstfall vorbereitet zu sein.
Durch ihre Zusammenarbeit wollen KLUG und AWO das Thema gesundheitlichen Hitzeschutz vorantreiben und entsprechende lokale und überregionale Strukturen schaffen
Foto: Pixabay

Todesfälle durch Hitze nehmen aufgrund der Erderwärmung stark zu. Der Weltklimarat warnt in seinem aktuellen Bericht vor den steigenden Gesundheitsrisiken durch Hitze und zeigt: Hitzewellen werden durch den Klimawandel häufiger, intensiver und länger. Bereits für das Jahr 2018 gehen Modellrechnungen des Fachjournals The Lancet davon aus, dass in Deutschland mehr als 20.000 über 65-Jährige in Zusammenhang mit Hitze gestorben sind. In absoluten Zahlen steht Deutschland damit im internationalen Ranking auf Platz drei, gleich hinter den bevölkerungsstarken Ländern China und Indien. Wegen der alternden Bevölkerung, einer zunehmenden Verstädterung und der bisher unzureichenden Anpassung ist die Gefährdung in Deutschland besonders hoch. „Die AWO hat sich verpflichtet, noch vor 2040 Klimaneutralität zu erreichen und Menschen vor den bereits spürbaren Folgen des Klimawandels zu schützen. Dafür brauchen wir strategische Partner:innen. Wir freuen uns deshalb sehr, mit KLUG, einer Expertin im Bereich Klimawandel und Gesundheit, künftig intensiver zusammenzuarbeiten“, sagt AWO Vorstandsmitglied Brigitte Döcker zu der Unterzeichnung der Vereinbarung. Die Arbeiterwohlfahrt gehört zu den sechs Spitzenverbänden der Freien Wohlfahrtspflege in Deutschland und ist Vorreiterin in Sachen Klimaschutz in der Pflege.

KLUG trägt seit 2017 als Netzwerk von Einzelpersonen, Organisationen und Verbänden aus dem Gesundheitsbereich aktiv dazu bei, den ökologischen Fußabdruck des Gesundheitssystems zu senken, und macht auf die weitreichenden Folgen der Klimakrise auf die Gesundheit aufmerksam. „Deutschland ist nicht ausreichend auf Hitzewellen vorbereitet“, sagt Dr. med. Martin Herrmann, Vorsitzender von KLUG. „Es benötigt Akutmaßnahmenpläne in Verbindung mit dem Katastrophenschutz und funktionierende kommunale Strukturen.“

Vor allem in den Pflegeeinrichtungen der AWO leiden die Bewohner:innen, aber auch das Pflegepersonal massiv unter den heißen Temperaturen im Sommer. Die Zusammenarbeit mit KLUG wird dabei helfen, ein lokales Hitzeschutznetzwerk aufzubauen und Mitarbeiter:innen zu schulen, um auf den Ernstfall vorbereitet zu sein. Der Aufbau eines Netzwerks an lokalen Hitzeschutzakteur:innen kommt auch dem Quartier zugute. Vor allem Menschen mit geringem Einkommen sind besonders stark von der Hitze betroffen. In den Städten, wo sich die Luft besonders aufheizt, leben sie meist in Bereichen mit wenigen Grünflächen, die für eine natürliche Abkühlung sorgen würden. Für Wohnungslose gibt es bisher keine Rückzugsorte bei extremer Hitze.

Die Zusammenarbeit zwischen KLUG und der AWO sei ein wichtiger Schritt, um das Thema gesundheitlichen Hitzeschutz voranzutreiben und entsprechende lokale und überregionale Strukturen zu schaffen, so der AWO Bundesverband in einer Presseerklärung. Sie biete Angehörigen des Gesundheitswesens und der Sozialen Arbeit die Möglichkeit, Klimaschutz aktiv mitzugestalten. "Die Zeit drängt, denn auch diesen Sommer droht wieder eine extreme Hitzewelle – dann müssen wir vorbereitet sein", so die AWO.

Nachtdienst in Pflegeeinrichtungen

Bücher

Nachtdienst in Pflegeeinrichtungen

Der Nachtdienst und die optimale Planung des Dienstes sind anspruchsvolle Aufgaben. Verantwortliche müssen wissen: Wie viele nächtliche Einsätze und Interventionen sind erforderlich? Wie viele Mitarbeiter mit welcher Qualifikation sind einzusetzen? Welche rechtlichen Regelungen zur Besetzung des Nachtdienstes greifen im Bundesland? Qualitätsexperte Michael Wipp und Rechtsanwalt Peter Sausen erläutern alle wichtigen arbeitsorganisatorischen und rechtlichen Fragen. In einem Beispiel-Konzept zeigen sie, was in einem einrichtungsinternen Konzept zu regeln ist. Nutzen Sie das Praxishandbuch, um - Interessen von Bewohner:innen und Mitarbeiter:innen zu berücksichtigen, - einrichtungsinternes Handeln zu hinterfragen, - die Arbeitsorganisation weiter zu optimieren, - knappe Personalressourcen zielgerichtet einzusetzen, - rechtssicher zu planen. Der ideale Praxisbegleiter zum Thema Nachtdienst. Für alle, die für den Nachtdienst Verantwortung tragen oder im Nachdienst arbeiten.

Das könnte Sie auch interessieren!

0 Kommentare

Sie sind aktuell nicht eingeloggt.

Um einen Kommentar zu verfassen, melden Sie ich bitte an.

Login
Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Ok