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21. Feb 2022 | Corona

RKI: Mehr Ausbrüche in Alten- und Pflegeheimen

Angesichts geplanter weitreichender Lockerungen der Corona-Maßnahmen hat das Robert Koch-Institut (RKI) zu besonderer Rücksicht im Umgang mit gefährdeten Gruppen gemahnt. Patientenschützer nahmen die RKI-Warnung zum Anlass, mehr Schutzmaßnahmen für Alten- und Pflegeheim-Bewohner:innen zu fordern.

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Laut RKI ist die Zahl der Corona-Ausbrüche in Alten- und Pflegeheimen in der Woche bis zum 13. Februar auf 414 gestiegen.
Foto: Adobe Stock/peterschreiber.media

Laut RKI ist die Zahl der Corona-Ausbrüche in Alten- und Pflegeheimen in der Woche bis zum 13. Februar erneut angestiegen, dies gab das RKI in seinem Wochenbericht bekannt. Die Zahl der aktiven Ausbrüche in Alten- und Pflegeheime sei auf 414 gestiegen (Vorwoche: 373). 5226 Fälle seien in diesen Ausbrüchen übermittelt worden. In medizinischen Behandlungseinrichtungen blieb die Zahl der aktiven Ausbrüche demnach „stabil, aber auf hohem Niveau“. „Erfolg der Corona-Maßnahmen ermöglicht Lockerungen und mehr Kontakte. Aber: Vulnerable Gruppen, zum Beispiel Ältere, müssen weiter vor #Omikron geschützt werden», kommentierte die Behörde bei Twitter. Deswegen seien insbesondere vor und bei Treffen mit gefährdeten Personen ein vollständiger Impfschutz mit Auffrischimpfung, Schnelltesten und die Einhaltung der Hygiene- und Schutzmaßnahmen weiter von großer Bedeutung.

Vor dem Hintergrund der Warnungen des RKI forderte die Deutsche Stiftung Patientenschutz mehr Schutzmaßnahmen für Bewohner. „Wenn sich infizierte und nicht infizierte Heimbewohner ein Zimmer teilen müssen, ist das Russisch Roulette“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Stiftung, Eugen Brysch, dem „RedaktionsNetzwerk Deutschland“ am 19. Februar. Um erneute Corona-Hotspots in Heimen zu verhindern, seien „lokale Ausweichquartiere“ notwendig. Man könne in den Einrichtungen nur schwer Räume zur Isolation von Erkrankten vorhalten, sagte Brysch. „Krankenhäuser, Reha-Einrichtungen, selbst Hotels müssen in der Lage sein, diesen Part zu übernehmen.“ Zudem sei eine „externe medizinisch-pflegerische Taskforce“ nötig, um Infektionsketten zu unterbinden. Mit den vorhandenen Kräften im Heim sei das nicht zu stemmen. Die steigende Zahl an Corona-Ausbrüchen in Alten- und Pflegeheimen zeigt laut Brysch die fehlende „funktionierende, Menschen schützende Strategie“ von Bund und Ländern. „Hunderte Corona-Tote werden Tag für Tag abgestumpft hingenommen. Dabei wird ignoriert, dass Impfen und Boostern bei den Pflegebedürftigen nicht ausreichen.“

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